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Angst vorm Zahnarzt

Tipps für Angstpatienten

Zahnarztangst betrifft viele – aber auf Dauer kann sie zu einem gesundheitlichen Problem werden. So bekommen Sie Ihre Angst in den Griff.

Eine Patientin liegt beim Zahnarzt auf dem Stuhl und lächelt ihn an.

Ein Zahnarzttermin kommt selten gelegen – hohe Rechnungen noch weniger. Gut, wenn eine Zahnzusatzversicherung im Hintergrund für Sicherheit sorgt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fast jeder dritte Deutsche (29 Prozent) hat Angst vor dem Zahnarztbesuch, jeder zehnte versucht eine Behandlung komplett zu vermeiden. Der Grund ist meist Angst vor Schmerzen.
  • Angstpatienten bei Zahnarztangst sollten zunächst eine Zahnarztpraxis finden, der sie vertrauen. Es gibt auch Praxen, die auf Angstpatienten spezialisiert sind.
  • Eine Behandlung im Dämmerschlaf kann für Angstpatienten sinnvoll sein. Auch Ablenkung durch die Lieblingsmusik oder spezielle Entspannungsübungen können die Angst während des Zahnarztbesuchs reduzieren.

Diese Themen finden Sie hier

Warum haben wir Angst vorm Zahnarzt?

Zahnarztangst ist weit verbreitet. Rund ein Drittel der Deutschen empfindet Angst vor einem Zahnarztbesuch. Von einem echten Angstpatienten spricht man, wenn der Gedanke an den Zahnarztbesuch oder die Behandlung selbst Panik auslöst und Patienten alles tun, um einen Zahnarztbesuch zu verhindern. Das ist nach Schätzungen bei bis zu 10 Prozent der Deutschen der Fall. Typische Symptome von Angstpatienten sind Herzklopfen, Zittern, Schweißausbrüche, Übelkeit oder Panikgefühle bereits beim Gedanken an einen Termin. Viele Betroffene sagen Zahnarzttermine kurzfristig ab oder vermeiden sie über Jahre hinweg. Die Folge sind unbehandelte Zahnprobleme, die sich verschlimmern und oft aufwendigere Eingriffe notwendig machen.

Eine junge Frau hält fröhlich lächelnd die Zeigefinger an die Wangen.

Zahnzusatzversicherung

Schutz vor hohen Zahnarztkosten

Zahnbehandlungen können teuer werden – vor allem bei aufwendigen Eingriffen oder zusätzlichen Leistungen wie Narkose. Eine Zahnzusatzversicherung hilft, hohe Kosten zu vermeiden.

Therapie: Was kann ich gegen Angst vorm Zahnarzt tun?

Nur wer sich aktiv mit seiner Angst auseinandersetzt und versucht, eine Lösung zu finden, kann sie überwinden. Entscheidend ist der Wille, sich Hilfe zu suchen.

Wie erkenne ich einen guten Zahnarzt für Angstpatienten?

Das Wichtigste ist, dass Sie sich in Ihrer Zahnarztpraxis wohlfühlen. Wenn Sie nach einer neuen Praxis suchen, können Ihnen die folgenden Punkte bei der Entscheidung helfen.

Checkliste

  • Wenn Sie das Personal am Telefon über Ihre Bedenken informiert haben, sollte es darauf eingehen und Sie beruhigen.
  • Patienten mit Zahnarztangst bekommen kurzfristig einen Termin und müssen dann auch nicht lange im Wartezimmer bleiben.
  • Arzt und Personal nehmen sich am Telefon und vor Ort viel Zeit für Sie, antworten geduldig auf Ihre Fragen und klären Sie umfassend auf.
  • Der Arzt geht während der Behandlung auf Sie ein, ist einfühlsam und erkundigt sich regelmäßig, wie es Ihnen geht oder ob Sie eine Pause brauchen.
  • Viele Ärzte vereinbaren vorab Handzeichen mit Ihnen. Damit können Sie signalisieren, wenn etwas unklar ist oder Sie eine Pause brauchen.
  • Sie werden zu nichts gedrängt. Der erste Termin kann erst einmal nur eine Beratung oder ein Kennenlernen sein.

Welche Medikamente können bei Angst vor dem Zahnarzt helfen?

Wer sehr große Angst vor dem Zahnarztbesuch hat und zu Panik neigt, dem können Beruhigungsmittel helfen. In der Regel kann der Zahnarzt diese verschreiben.

Gut zu wissen

Wann ist eine Narkosebehandlung bei Zahnarztangst sinnvoll?

Auf Angstpatienten spezialisierte Zahnärzte bieten teilweise auch Behandlungen unter Vollnarkose an. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Patienten aufgrund ihrer Zahnarztangst sehr lange Zeit nicht beim Zahnarzt waren und aufwendige Behandlungen benötigen. In der Narkose schlafen die Patienten tief und werden künstlich beatmet. Eine Narkosebehandlung ist mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Der behandelnde Zahnarzt klärt daher in einem Vorgespräch mit Ihnen, ob diese Methode für Sie infrage kommt.

Der Dämmerschlaf als sanfte Alternative zur Vollnarkose

Bei einer Zahnarztbehandlung im Dämmerschlaf erhalten Sie vom Anästhesisten intravenös ein Schlafmittel sowie ein Schmerzmittel. Sie sind ansprechbar, aber im Halbschlaf. Akustische und optische Reize können mithilfe von Kopfhörern und Brillen abgeschirmt werden. Risiken und Nebenwirkungen sind bedeutend geringer als bei einer Vollnarkose. Zeitgefühl, Stress- und Schmerzempfindung sind jedoch ausgeschaltet. Patienten empfinden lange Behandlungen im Dämmerschlaf oft als sehr kurz und entspannt. Sowohl die Behandlung im Halbschlaf als auch eine Behandlung unter Narkose empfehlen Zahnärzte nur bei sehr starker Angst oder Dentaphobie. Zudem empfehlen sie i. d. R. vorab eine psychologische Behandlung der Ängste.

Gut zu wissen

Was kostet eine Vollnarkose bei Zahnarztangst?

Der Preis für eine Vollnarkose beträgt rund 200 bis 250 Euro pro Behandlung und ist abhängig von der Dauer der Narkose. Eine Dämmerschlafbehandlung ist mit 80 bis 160 Euro deutlich günstiger. Die Kosten für diese Zusatzbehandlungen müssen Sie i. d. R. selbst tragen Besprechen Sie Ihre Möglichkeiten mit Ihrem Zahnarzt.

Wie funktioniert Hypnose gegen die Angst vor dem Zahnarzt?

Die Universitätsklinik Jena hat im November 2017 eine umfassende Studie veröffentlicht. Diese belegt: Bei der Behandlung von Zahnarztangst entspannen psychologische Methoden die Patienten besser als Medikamente. Die Hypnose lieferte besonders vielversprechende Ergebnisse.

Checkliste

  • Rund 1.200 Zahnärzte in Deutschland bieten die Behandlung mit Hypnose inzwischen an.
  • Hypnose oder Trance ist ein Zustand, den jeder Mensch erreichen kann – etwa im Alltag, wenn Sie vollkommen in ein Buch vertieft sind. Eine Hypnose ruft diesen Zustand gezielt hervor, wobei Sie stets die Kontrolle behalten.
  • Die Therapie besteht aus mehreren Sitzungen. Beim ersten Gespräch klärt der Zahnarzt Ihre Fragen und spricht alles genau mit Ihnen ab.
  • In der zweiten Sitzung führt der Hypnotiseur Sie das erste Mal an die Hypnose heran – ohne zahnärztlichen Eingriff. Sie und der Hypnotiseur suchen gemeinsam nach einem glücklichen Moment aus Ihrem Leben. Die guten Gefühle, verbunden mit der Erinnerung, durchleben Sie dann in Trance. Anschließend wird die Hypnose ausgewertet.
  • Nur, wenn Sie und der Hypnotiseur sich miteinander wohlfühlen, vereinbaren Sie einen Folgetermin. Dann findet die erste Zahnbehandlung statt. Durch die Verbindung der positiven Erinnerungen mit dem Zahnarzttermin verlieren Sie mit jeder Behandlung etwas mehr die Angst.
  • Viele Patienten sind nach einigen Sitzungen von ihrer Zahnarztangst befreit und gehen auch ohne Hypnose wieder regelmäßig zum Zahnarzt.

Welche weiteren Behandlungsmethoden gibt es für Zahnarzt-Angstpatienten?

Neben Medikamenten, Hypnose und eigenen Bewältigungsstrategien gibt es noch weitere Möglichkeiten, Zahnarztangst zu überwinden.

Zahnarztangst bei Kindern: Was ist zu beachten?

Nicht nur Erwachsene, sondern auch viele Kinder haben Angst vorm Zahnarztbesuch.

Checkliste

  • Bei Kindern ist es entscheidend, erst gar keine Angst vorm Zahnarzt entstehen zu lassen.
  • Häufig überträgt sich die Angst der Eltern auf ihre Kinder. Diese spüren instinktiv die Nervosität der Eltern und denken, dass gleich etwas Schlimmes passiert. Versuchen Sie daher, Ruhe zu bewahren und Ihre eigene Angst möglichst nicht auf Ihr Kind zu übertragen.
  • Einigen Kindern machen vor allem die fremde Umgebung, die Gerüche und die Instrumente Sorgen. Erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie in der Behandlung sind, was gerade passiert und dass es keinen Grund zur Angst gibt.
  • Viele Kinder haben vor dem Bohrer Angst. Den kennen viele nur riesengroß aus dem handwerklichen Bereich. Erklären Sie ihm, dass der Zahnarztbohrer ganz klein ist und dass der Zahnarzt sehr gut aufpasst, was er tut.
  • Eine weitere Möglichkeit ist es, den Zahnarztbesuch mit etwas Positivem zu verknüpfen. Ein kleines Geschenk oder ein schönes Erlebnis nach dem Zahnarztbesuch sind dafür ideal.

Wie behandelt man Zahnarztangst bei Kindern?

Wenn es bereits zu spät ist und Ihr Kind Angst vor dem Zahnarzt hat, kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage.

Wann zahlt die Krankenkasse die Behandlung bei Zahnarztangst?

Zusatzbehandlungen wie Medikamente oder die Behandlung unter Narkose müssen Patienten in der Regel selbst zahlen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Narkosekosten nur in Ausnahmefällen.

Checkliste

  • Bei Angstpatienten, die ein Attest ihres Therapeuten vorweisen können.
  • Bei Kindern unter 12 Jahren, die nicht kooperieren wollen, sodass zur Behandlung eine örtliche Betäubung nötig ist.
  • Bei einer sehr umfangreichen Behandlung, für die eine örtliche Betäubung nicht ausreicht.
  • Bei nachgewiesenen Allergien gegen Lokalanästhetika oder Erkrankungen, die diese Betäubungsart nicht zulassen.

Gut zu wissen

Welche Kosten bei Zahnarztangst übernimmt die ERGO Zusatzversicherung?

Zahnärztliche Behandlungen können hohe Kosten verursachen, die die gesetzliche Krankenkasse oft nur zum Teil übernimmt. Eine Zahnzusatzversicherung kann diese Lücke schließen. Welche Leistungen erstattet werden – etwa für Füllungen, Kronen oder zusätzliche Behandlungen wie Narkose oder Hypnose – hängt vom jeweiligen Tarif ab. Deshalb lohnt es sich, schon vor einer anstehenden Behandlung die Kosten im Blick zu behalten und sich frühzeitig über eine passende Zahnzusatzversicherung zu informieren.

Zahnarztangst abbauen: Vertrauen als Schlüssel für Angstpatienten

Sie allein können den ersten Schritt zur Überwindung Ihrer Angst vorm Zahnarzt machen: Sprechen Sie offen mit Ihrem Zahnarzt über Ihre Ängste und machen Sie am besten vorab einen Termin für eine unverbindliche Beratung in einer Praxis, in der Sie sich wirklich wohlfühlen. Ein guter Zahnarzt beantwortet Ihnen geduldig alle Fragen, klärt Sie genau über Ihre Optionen auf und überredet Sie zu nichts. Mit Hypnose, Narkose und Dämmerschlaf können Sie die Behandlung entspannt über sich ergehen lassen. Welche Methode für Sie die richtige ist, hängt von individuellen Faktoren ab.

Stand: 11.02.2026

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