Ja, die Polizei dokumentiert den Unfall, informiert bei Bedarf den zuständigen Jagdpächter und kann für die Schadensregulierung wichtig sein.
Ein Unfall kann schnell hohe Reparaturkosten verursachen. Mit der passenden Autoversicherung schützen Sie sich vor finanziellen Folgen im Schadenfall.
Das Wichtigste in Kürze
- Bewahren Sie Ruhe und sichern Sie die Unfallstelle ab: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.
- Einen Wildschaden sollten Sie sofort dokumentieren und möglichst schnell der Versicherung melden. Wichtig ist häufig eine Wildunfallbescheinigung.
- Die Teilkasko übernimmt bei vielen Wildunfällen die Kosten. Wer ausweicht und einen Unfall verursacht, sollte den Schaden genau nachweisen können.
Diese Themen finden Sie hier
Was tun, wenn plötzlich ein Tier auf die Straße läuft?
Ein Wildunfall passiert oft völlig unerwartet: Innerhalb von Sekunden kreuzt ein Reh, Wildschwein oder Hirsch die Fahrbahn – besonders häufig in der Dämmerung, nachts oder auf Landstraßen. Die Folgen können erheblich sein und reichen von Blechschäden bis hin zu schweren Unfällen.
Umso wichtiger ist es, im Ernstfall richtig zu reagieren. Wer die Unfallstelle absichert, den Schaden dokumentiert und die zuständigen Stellen informiert, sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern erleichtert auch die schnelle Regulierung über die Versicherung.
Autoversicherung
Rundum gut abgesichert unterwegs
Mit der passenden Kfz-Versicherung schützen Sie sich vor finanziellen Folgen im Schadenfall und profitieren von schnellem Schadenservice.
Wann handelt es sich um einen Wildunfall?
Von einem Wildunfall spricht man, wenn ein Fahrzeug durch den Zusammenstoß mit einem Tier oder ein notwendiges Ausweichmanöver beschädigt wird. In der Regel handelt es sich dabei um sogenanntes Haarwild. Dazu zählen unter anderem Rehe, Wildschweine, Hirsche, Füchse oder Luchse. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands entfielen die meisten Haarwildunfälle 2024/2025 auf Rehe (200.970).
Nicht als klassischer Wildunfall gelten dagegen Zusammenstöße mit sogenanntem Federwild wie Fasanen oder Habichten. Auch Unfälle mit Haus- oder Nutztieren werden in der Regel gesondert betrachtet.
In bestimmten Situationen steigt die Gefahr für Wildwechsel deutlich an.
Risikofaktoren für Wildunfälle
- Dämmerung und Dunkelheit
In den frühen Morgen- und Abendstunden sind viele Wildtiere besonders aktiv. - Frühjahr und Herbst
Während der Brunftzeit oder nach der Zeitumstellung kommt es häufiger zu Wildwechsel auf Straßen. - Land- und Waldstraßen
Manche Straßen gelten als besonders risikoreich. Warnschilder weisen häufig auf gefährdete Streckenabschnitte hin. - Hohes Verkehrsaufkommen
Das dichte Netz aus Verkehrswegen erschwert es Wildtieren zunehmend, ihre natürlichen Lebensräume sicher zu durchqueren. Bewachsene Straßenränder
Futterpflanzen locken Rehe und anderes Wild in die Nähe der Fahrbahn – vor allem nach der Fastenzeit im Winter.Zu hohe Geschwindigkeit
Wer zu schnell fährt, hat bei plötzlich auftauchenden Tieren oft keine Möglichkeit mehr, rechtzeitig zu bremsen.
Gut zu wissen
Geschwindigkeit reduzieren
Verringern Sie sofort das Tempo, erhöhen Sie die Bremsbereitschaft und halten Sie ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
Richtig beleuchten und warnen
Nutzen Sie das Abblendlicht statt des Fernlichts. Ein kurzes Hupen kann helfen, Tiere von der Fahrbahn zu vertreiben.
Mit weiteren Tieren rechnen
Wildtiere sind häufig in Gruppen unterwegs. Fahren Sie deshalb auch nach einem stoppenden Tier vorsichtig weiter.
Was tun, wenn ein Wildunfall unvermeidbar ist?
Lässt sich ein Wildunfall nicht mehr vermeiden, sollten Sie das Lenkrad festhalten und kontrolliert bremsen. Ein Ausweichmanöver kann dagegen schnell zu Unfällen führen – etwa durch Zusammenstöße mit Bäumen, Leitplanken oder dem Gegenverkehr. Zudem sind Schäden durch Ausweichmanöver nicht immer über die Teilkasko abgesichert.
Mit diesen Maßnahmen sorgen Sie für mehr Sicherheit.
Was tun nach einem Wildunfall?
- Unfallstelle absichern
Bewahren Sie Ruhe und sichern Sie die Unfallstelle sofort ab, um sich und andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. - Sichtbarkeit erhöhen
Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, ziehen Sie eine Warnweste an und stellen Sie das Warndreieck auf. - Polizei verständigen
Informieren Sie die Polizei – auch dann, wenn das Tier weiterläuft oder nicht mehr auffindbar ist. - Unfall dokumentieren
Fotografieren Sie Schäden am Fahrzeug sowie Bremsspuren, Haare oder Blutspuren am Unfallort.
Mutlosigkeit, Selbstzweifel - Versicherung informieren
Melden Sie den Wildschaden möglichst zeitnah Ihrer Versicherung, damit die Regulierung schnell starten kann. - Abstand zu verletzten Tieren halten
Verletzte Tiere sollten Sie nicht anfassen, da sie aggressiv reagieren oder Krankheiten übertragen können. - Tote Tiere nicht mitnehmen
Das Mitnehmen von Wildtieren kann als Wilderei gelten und strafrechtliche Folgen haben. Unfall immer melden
Lassen Sie angefahrene Tiere niemals einfach zurück, ohne den Vorfall zu melden.
Gut zu wissen
Direkter Wildunfall
Die Teilkasko übernimmt Schäden meist dann, wenn es zu einem direkten und nachweisbaren Zusammenstoß mit einem lebenden Wildtier kommt. Befindet sich das Tier bereits tot auf der Fahrbahn, besteht bei einem Blechschaden kein Anspruch auf Versicherungsleistungen. Außerdem muss sich das Fahrzeug während des Unfalls in Bewegung befinden.
Ausweichmanöver und Ausnahmen
Schäden durch ein Ausweichmanöver sind häufig nicht über die Teilkasko abgesichert. Bei großen Tieren wie Hirschen können jedoch Ausnahmen gelten. Versicherungsschutz besteht vor allem bei Zusammenstößen mit sogenanntem Haarwild. Bei Unfällen mit Haus- und Nutztieren kommt dagegen meist die Haftpflichtversicherung des Tierhalters infrage.
Nachweise und Dokumentation
Eine Wildunfallbescheinigung ist ein wichtiger Nachweis für die Versicherung. Läuft das Tier nach dem Unfall davon, lässt sich die Bescheinigung jedoch oft nicht ausstellen. In diesem Fall sollten Sie den Vorfall möglichst durch Fotos und schriftliche Zeugenaussagen dokumentieren – etwa von Mitfahrern oder anderen Verkehrsteilnehmern.
Gut zu wissen
FAQ – Häufige Fragen zum Wildunfall
Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.
Soll man bei einem Wildunfall die Polizei rufen?
Was zahlt die Versicherung bei einem Wildunfall?
Die Teilkaskoversicherung übernimmt häufig Schäden durch den direkten Zusammenstoß mit Haarwild. Die Vollkasko kann je nach Tarif zusätzlich Schäden durch Ausweich- oder Bremsmanöver abdecken.
Was zahlt die Versicherung bei einem Wildunfall?
Wer einen Wildunfall nicht meldet oder verletzte Tiere einfach zurücklässt, kann gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Auch das unerlaubte Mitnehmen eines toten Tieres kann strafrechtliche Folgen haben.
Wie weit sinkt die SF-Klasse nach einem Unfall?
Die Rückstufung hängt vom Versicherer, dem Tarif und der bisherigen Schadenfreiheitsklasse ab. Je nach Vertrag kann die Einstufung unterschiedlich stark sinken.
Wie lange habe ich Zeit, einen Wildunfall zu melden?
Melden Sie den Wildunfall möglichst sofort oder innerhalb weniger Tage Ihrer Versicherung. So lassen sich Schäden und Unfallhergang besser nachvollziehen.
Wie kann ich einen Wildunfall beweisen?
Fotos vom Unfallort, Schäden am Fahrzeug, Bremsspuren, Tierhaare sowie Zeugenaussagen helfen dabei, den Wildunfall nachzuweisen. Eine Wildunfallbescheinigung ist besonders entscheidend.
Wo bekommt man eine Wildunfallbescheinigung?
Die Wildunfallbescheinigung erhalten Sie meist von der Polizei oder vom zuständigen Jagdpächter.
Stand: 29.09.2026
Tipps der Redaktion
Lesen lohnt sich!