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Batteriezertifikat fürs E-Auto

Sicherheit beim Kauf gebrauchter E-Autos

Die Batterie ist die teuerste Komponente eines E-Auto-Motors. Ein Nachweis über den Batteriezustand ist daher gerade beim Gebrauchtwagenkauf sinnvoll.

Ein Mann prüft die Batterie seines Autos

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Batteriezertifikat dokumentiert die Eigenschaften, Ladekapazität und Leistung einer E-Auto-Batterie zum Zeitpunkt der Prüfung.
  • Der wichtigste Wert im Batteriezertifikat ist der sogenannte State-of-Health-Wert (SoH). Er sollte bei Gebrauchtwagen zwischen 100 und 80 Prozent liegen.
  • Das Batteriezertifikat ist ein freiwilliger Nachweis, der Transparenz und Sicherheit für Gebrauchtwagenkäufer bietet.

Diese Themen finden Sie hier

Brauche ich ein Batteriezertifikat für mein E-Auto?

Wer ein gebrauchtes Elektrofahrzeug kauft, macht sich oft Gedanken über den Zustand der Batterie. Denn Leistungsfähigkeit und Lebensdauer des E-Auto-Akkus hängen auch davon ab, wie stark er beansprucht wurde – etwa durch häufiges Schnelladen oder hohe Laufleistung. Da der Batteriezustand nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, profitieren sowohl Gebrauchtwagenverkäufer als auch -käufer von Batteriezertifikaten. Lesen Sie hier, was in einem solchen Batteriezertifikat steht, wo man es bekommt und wie die sogenannte Batteriegesundheit ermittelt wird.

Frau mit Sonnenbrille und tätowierten Armen schaut mit breitem Lächeln aus einem türkisblauen Mini Cooper.

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Was sind Batteriezertifikate?

Ein Batteriezertifikat ist ein offizielles Dokument, das eine technische Prüfung der Batterie bescheinigt und den aktuellen Zustand der Batterie dokumentiert.

Checkliste

  • Der wichtigste Wert, der im Batteriezertifikat dokumentiert wird, ist der State-of-Health-Wert (SOH). Er gibt an, wie viel Prozent Akkukapazität die gebrauchte Batterie im Vergleich zum Neuzustand hat.
  • Weitere Angaben im Batteriezertifikat sind – je nach Hersteller – die chemische Zusammensetzung der Batterie, ihre geschätzte Lebensdauer sowie prognostizierte Anzahl an Ladezyklen.
  • Batteriezertifikate werden sowohl von unabhängigen Organisationen wie TÜV und DEKRA als auch von spezialisierten Anbietern wie Aviloo oder volytica angeboten.
  • Die Zertifikate sind nicht verpflichtend für E-Auto-Käufer oder -Verkäufer. Oft sind sie aber ein gutes Verkaufsargument, da sie Transparenz und Sicherheit bieten.
  • Eine Batterieprüfung mit anschließendem Zertifikat wird je nach Anbieter mit einem Schnelltest vor Ort oder mit einer sogenannten OBD-Box vom Fahrer selbst durchgeführt.

Gut zu wissen

Wie wichtig ist ein Batteriezertifikat?

Batteriezertifikate stellen jeweils den aktuellen Zustand der E-Auto-Batterie dar. Gerade bei gebrauchten E-Autos bietet das die Sicherheit, dass die Batterie in Ordnung ist und nicht im schlimmsten Fall nach kurzer Zeit ersetzt werden muss. Künftig werden Batteriezertifikate aber vermutlich an Bedeutung verlieren, da ab Februar 2027 der „digitale Batteriepass“ verbindlich eingeführt wird. Dieser digitale Nachweis dokumentiert Leistung, CO2-Bilanz und Materialeigenschaften einer Batterie über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Was steht in einem Batteriezertifikat?

Neben Angaben zum Fahrzeug und zur Batterie enthält ein Batteriezertifikat in der Regel auch Angaben zur angewandten Testmethode. Der wichtigste Wert im Batteriezertifikat ist der SoH-Wert.

Überblick: Angaben im Batteriezertifikat

Erklärung Beispiel
Nutzbare Energie Vergleicht die tatsächlich nutzbare Leistung der Batterie mit der Batterieleistung im Neuzustand

Aktuell nutzbare Energie: 32,1 kWh
Nutzbare Energie im Neuzustand: 32,7 kWh

State of Health (SoH)
Gibt in % an, wie viel Kapazität die Batterie zum Prüfzeitpunkt im Vergleich zum Neuzustand noch besitzt SoH 98 %
State of Charge (SoC) Ladestand der Batterie zu Beginn und zum Ende des Prüfzeitraums

Start: SoC 97 %

Ende: SoC 6 %

Fahrzeugdaten Angaben zu Fahrzeugmarke und -modell, Baujahr, Fahrgestellnummer sowie Batterieseriennummer  
Batterie-Messdaten
Angaben zur minimalen und maximalen Zelltemperatur und Zellspannung während der Prüfphase

Zelltemperatur min. 11,2 °C/ max. 12,1 °C Zellspannung min. 4,2 V/ max, 3,4 V

Reichweite Gibt an, welche maximale Reichweite das E-Auto der aktuellen Batteriekapazität noch erreichen kann 360 km

 

Was ist der SoH-Wert bei Batterien?

Checkliste

  • State of Health – auf Deutsch etwa „Gesundheitszustand“ – beschreibt in Prozent, wie viel nutzbare Kapazität eine Batterie noch hat.
  • Grob gesagt, berechnet sich der SoH-Wert aus 2 Werten: Dazu teilt man die tatsächlich nutzbare Energie der Batterie (kWh) durch die nutzbare Energie im Neuzustand (kWh).
  • Der SoH-Wert wird in Prozent angegeben. Je höher die Zahl, desto besser ist der Zustand der Batterie.
  • Der SoH-Wert ist immer nur eine Momentaufnahme – beurteilt wird jeweils nur der Zustand der Batterie zum Prüfzeitpunkt.
  • Wichtig: Der SoH-Wert ist kein Standard-Wert. Er variiert abhängig von den Algorithmen und Prüfmethoden der Anbieter von Batteriezertifikaten.

Gut zu wissen

Was ist ein guter SoH-Wert bei der E-Auto-Batterie?

Alle SoH-Werte zwischen 80 und 100 % gelten als gute Werte für gebrauchte E-Auto-Batterien. Werte ab 90 % gelten als sehr gut, für mehrere Jahre alte E-Autos sind Werte von 75 bis 85 % aber vollkommen akzeptabel.

Wann braucht man ein Batteriezertifikat?

Batteriezertifikate sind nicht gesetzlich verpflichtend. Gerade beim Verkauf oder Kauf von Gebrauchtwagen können sie aber sinnvoll sein.

Wichtige Info

Worauf muss ich achten, wenn ich ein E-Auto mit Batteriezertifikat kaufe?

Das Batteriezertifikat ist immer nur eine Momentaufnahme. Es zeigt den aktuellen Zustand der E-Auto-Batterie zum Zeitpunkt des Batteriechecks. Daher sollten Sie beim Kauf vor allem das Datum des Zertifikats und den SoH-Wert prüfen. Das Zertifikat sollte nicht älter als 2 Monate sein und der SoH-Wert sollte idealerweise nicht unter 80 % liegen.

Wie bekomme ich ein Batteriezertifikat für mein E-Auto?

Der Batteriecheck und die Analyse des Batterie-SoH werden im Normalfall über einen On-Board-Diagnose-Stecker (OBD) durchgeführt. Dieser liest die Daten aus dem Batteriemanagementsystem der Autobatterie und übermittelt sie zur Auswertung an den Zertifikatsanbieter.

Was ist der digitale Batteriepass?

Ab dem 18. Februar 2027 sind die Hersteller vieler Batterien gesetzlich verpflichtet, die Eigenschaften mit einem sogenannten „digitalen Zwilling“ zu dokumentieren.

Checkliste

  • Per EU-Gesetz müssen ab Februar 2027 Industriebatterien, E-Auto-Batterien sowie E-Bike-Akkus mit einer Kapazität über 2 kWh mit einem digitalen Batteriepass ausgestattet sein.
  • Der digitale Batteriepass dokumentiert den gesamten Lebenszyklus der Batterie von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zum Recycling.
  • Enthalten sind Informationen zur chemischen Zusammensetzung, zum CO2-Fußabdruck sowie Daten zur Leistungsfähigkeit, erwarteten Lebensdauer und Recyclingfähigkeit der Batterie.
  • Als Besitzer eines E-Autos können Sie den digitalen Batteriepass über einen QR-Code auf der Batterie einsehen.
  • Der digitale Batteriepass liefert viele Informationen, die auch im Batteriezertifikat enthalten sind. Daher ist es wahrscheinlich, dass Batteriezertifikate mit der Pflicht zum digitalen Batteriepass weniger nachgefragt werden.

Batterieschutz: Wie kann ich den SoH-Wert beeinflussen?

Sowohl bei Neu- als auch bei Gebrauchtwagen können Sie dazu beitragen, dass die Ladekapazität und Entladeleistung Ihrer Batterie möglichst lange erhalten bleibt.

Checkliste

  • Richtig laden: Sowohl Vollladen (100 %) als auch vollständiges Entladen (nahe 0 %) belasten die Batterie. Ideal ist eine Maximalladung nicht über 80 % und eine Minimalladung nicht unter 20 %.
  • Extreme Temperaturen vermeiden: Temperaturen über 30°C können die chemische Alterung von Batterien beschleunigen. Sehr niedrige Temperaturen (unter -10° C) können dagegen die Leistungsfähigkeit der Batterie einschränken.
  • Normalladen vs. Schnellladen: Häufiges Schnellladen erzeugt höhere Temperaturen in der Batterie – das kann den Verschleiß der Zellen beschleunigen.
  • Gemäßigter Fahrstil: Starkes Beschleunigen und sehr schnelles Fahren führen zu kurzfristigen hohen Entladeraten, die die Lebensdauer der Batterie verringern können.

FAQ – Häufige Fragen zur Batteriezertifikaten

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Ein Batteriezertifikat schafft Transparenz und Sicherheit über den Gesundheitszustand (SoH) der Autobatterie. Das Vorhandensein eines Zertifikats und ein guter SoH-Wert können daher den Wiederverkaufswert eines E-Autos steigern.

Je nach Anbieter und Testumfang kostet ein Batteriezertifikat zwischen 100 € und 150 €. Einfache Batterie-Diagnosetools wie einen OBD-Stick kann man online ab etwa 80 Euro kaufen. Damit erhält man allerdings kein Batteriezertifikat, sondern kann nur die Batteriewerte auslesen.

Ein SoH-Wert von unter 75 % bedeutet, dass die Ladekapazität und die Ladeleistung der Batterie beeinträchtigt sind. Das E-Auto schafft in diesem Fall nicht mehr die Reichweite und gegebenenfalls auch nicht mehr die Geschwindigkeiten, die es im Neuzustand erreicht hat.

Auf Ihre Versicherungsprämie hat das Batteriezertifikat keinen unmittelbaren Einfluss. Allerdings kann es bei einer Neuberechnung der Versicherung helfen, den genauen Wert des Fahrzeugs und damit die Versicherungssumme zu bestimmen. Auch im Schadensfall kann das Batteriezertifikat nützlich sein, etwa als Vergleichsgrundlage, um Schäden an der Batterie nachzuweisen.

Ein Batteriezertifikat ist nicht zwingend notwendig, wenn Sie ein gebrauchtes E-Auto kaufen. Es ist aber durchaus sinnvoll, sich den Zustand der E-Auto-Batterie mit Vorlage eines Zertifikats bestätigen zu lassen. So können Sie sicher sein, dass das teuerste Teil des E-Autos voll funktionsfähig und noch lange einsatzbereit ist.

Stand: 30.04.2026

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