Zum Inhalt springen

So gefährlich ist ein Zeckenbiss

Vorsicht Zecken!

Der kleine Blutsauger ist Überträger gefährlicher Krankheiten. Das können Sie tun, um sich zu schützen.

Ein Schild warnt vor Zecken im Wald.

Ein Zeckenbiss kann schwerwiegende Erkrankungen wie FSME oder Borreliose nach sich ziehen. Bleiben dauerhafte Beeinträchtigungen zurück, leistet die ERGO Unfallversicherung finanziellen Schutz. Für mehr Sicherheit – in Freizeit und Alltag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zecken können schwere Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen. Beide können Entzündungen und neurologische Beschwerden verursachen.
  • Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Ziehen Sie die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenkarte gerade heraus, desinfizieren Sie die Stelle und achten Sie auf Hautveränderungen.
  • Mit der richtigen Vorsorge lässt sich das Risiko deutlich senken. Tragen Sie lange Kleidung, verwenden Sie Insektenspray und suchen Sie den Körper nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken ab. In Risikogebieten schützt eine FSME-Impfung.

Diese Themen finden Sie hier

Was macht Zecken zu einem Gesundheitsrisiko?

Zecken sind weit verbreitet und können beim Blutsaugen gefährliche Krankheitserreger weitergeben. Zwar führt nicht jeder Zeckenstich zu einer Infektion, doch Borreliose und FSME zählen zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten. Wer viel in der Natur unterwegs ist, sollte die Gefahr kennen und wissen, wie er sich schützen kann.

Was muss man über Zeckenbisse wissen?

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Mann mit Prothese sitzt am orangefarbenen Van vor Landschaft und Himmel.

ERGO Unfallversicherung

Sicher unterwegs – in Freizeit und Natur

Ob beim Wandern, Klettern oder auf Bergtour: Risiken können überall auftreten. Mit der ERGO Unfallversicherung sind Sie finanziell abgesichert, wenn ein Freizeitunfall oder eine Infektion bleibende Schäden hinterlässt.

Welche Krankheiten können durch Zecken übertragen werden?

Ein Zeckenbiss kann schnell gefährlich werden. Denn Zecken können verschiedene Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Die bekanntesten und häufigsten sind:

  • Borreliose: Sie wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht und kann unbehandelt zu Entzündungen der Gelenke, des Nervensystems oder des Herzens führen. Erste Anzeichen sind oft Rötungen um die Einstichstelle, sogenannte Wanderröte.
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Sie wird durch Viren ausgelöst und kann zu schweren Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute führen. In Einzelfällen bleiben dauerhafte Schäden zurück.

Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger in sich, deswegen führt auch nicht jeder Zeckenstich automatisch zu einer Erkrankung. Das Risiko einer FSME-Infektion durch Zecken ist in Deutschland vor allem in ausgewiesenen Risikogebieten erhöht, besonders in Süddeutschland. Dagegen kommen die Erreger der Borreliose in vielen Teilen Europas vor, das Infektionsrisiko ist also weit verbreitet.

Gut zu wissen

Zeckenbiss oder Zeckenstich: Welche Bezeichnung ist richtig?

Auch wenn meist von Zeckenbiss die Rede ist, ist die Bezeichnung Zeckenstich die fachlich korrekte Variante. Denn Zecken haben keine Beißwerkzeuge, sondern einen Stechrüssel, mit dem sie die Haut durchdringen und sich verankern. Sie ritzen die Haut an, stechen mit dem Rüssel hinein und saugen Blut.

Wie erkenne ich einen Zeckenbiss?

Ein Zeckenstich verursacht erst einmal keine Schmerzen, wodurch er häufig einige Zeit unentdeckt bleibt. Das liegt vor allem daran, dass die Zecke beim Biss eine Art Betäubungsmittel abgibt. Für sie ist es schließlich von Vorteil, wenn sie unbemerkt bleibt.

Nach einiger Zeit aber treten die folgenden typischen Merkmale auf:

  • Rötung oder Juckreiz an der betroffenen Hautstelle
  • Kleiner schwarzer Punkt – die festgesaugte Zecke
  • Nach einiger Zeit hellbraun und rundlich, wenn sie sich mit Blut vollgesogen hat
  • Häufig an warmen, gut durchbluteten Körperstellen: Achseln, Kniekehlen, Leiste oder hinter den Ohren

Das sollten Sie nach einem Zeckenbiss tun

Nicht jede Zecke überträgt eine Krankheit. Trotzdem ist es ratsam, den Zeckenbiss von einem Arzt untersuchen zu lassen. Er kann die Zecke außerdem sicher entfernen. Wenn Sie die Zecke selbst entfernen möchten, sollten Sie wie folgt vorgehen.

So entfernen Sie eine Zecke richtig

Checkliste

  1. Verwenden Sie eine feine Pinzette, eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte, um die Zecke möglichst präzise greifen zu können.
  2. Setzen Sie das Werkzeug so nah wie möglich an der Haut an, idealerweise direkt an den Mundwerkzeugen der Zecke.
  3. Ziehen Sie die Zecke langsam, gleichmäßig und gerade aus der Haut heraus, ohne sie dabei zu drehen oder zu ruckartig zu bewegen.
  4. Prüfen Sie anschließend, ob die Zecke vollständig entfernt wurde. Kleine Reste des Stechapparats bzw. der Mundwerkzeuge sind meist unbedenklich und werden vom Körper abgestoßen.
  5. Desinfizieren Sie danach die Stichstelle gründlich und behandeln Sie sich bei Bedarf mit einer jodhaltigen Creme.
  6. Beobachten Sie die Einstichstelle in den nächsten Tagen aufmerksam. Wird die Rötung stärker oder entzündet sich die Haut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Das sollten Sie vermeiden

  • Drehen Sie die Zecke nicht heraus, auch wenn dies oft empfohlen wird. Durch die Drehbewegung kann Speichel mit Krankheitserregern in die Wunde gelangen.
  • Verwenden Sie keine Hausmittel wie Öl, Alkohol, Klebstoff oder Nagellackentferner. Diese reizen die Zecke und erhöhen das Risiko, dass Erreger übertragen werden.
  • Quetschen Sie den Zeckenkörper nicht, da auch dadurch infektiöse Flüssigkeiten in die Einstichstelle gelangen können.

Wenn Sie die Zecke entfernt haben, sollten Sie sie zu Ihrer eigenen Sicherheit unschädlich machen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Zecken sterben bei Temperaturen über 60° C. Daher kann man sie in heißes Wasser werfen oder verbrennen.

Auch mit hochprozentigem Alkohol ab 50 % Vol. können Zecken unschädlich gemacht werden.

Zecken können alternativ auf einem Papiertuch, z. B. mit einem Glas zerdrückt werden. Mit dem Finger sollten Sie Zecken nicht zerdrücken, da hierbei die Gefahr einer Infektion besteht.

Nachdem die Zecke getötet wurde, kann sie bedenkenlos mit dem Hausmüll entsorgt oder im Abfluss heruntergespült werden. Gehen Sie vorher sicher, dass Sie die Zecke wirklich unschädlich gemacht haben. Denn lebende Zecken können bis zu 3 Wochen im Wasser überleben.

Wie merkt man, ob ein Zeckenbiss gefährlich ist?

In den meisten Fällen verschwinden das Jucken und die Rötung wenige Tage nach der Entfernung der Zecke. Wenn die Rötung jedoch bleibt oder größer wird, sollten Sie zum Arzt gehen. Es kann sich dabei um Wanderröte (Erythema migrans) handeln, die häufig eines der ersten Anzeichen für Borreliose ist. Wanderröte ist typischerweise ringförmig und im Zentrum blasser als am Rand. Es kann aber auch eine unspezifische Hautrötung auftreten, die sich verändert.

Gut zu wissen

Wie kann ich Wanderröte erkennen?

Dass sich die Einstichstelle nach einem Zeckenbiss rötet, ist normal. Umkreisen Sie die gerötete Einstichstelle direkt nach dem Entfernen der Zecke, z. B. mit einem Kugelschreiber. So merken Sie gleich, wenn die Rötung wandert oder sich ausbreitet. Achtung: Nicht immer kommt es nach der Übertragung von Borreliose zu Wanderröte. Das Signal kann auch ausbleiben oder unentdeckt bleiben.

Bekommen Sie wenige Tage nach dem Zeckenbiss Fieber oder fühlen sich schlapp, sollten Sie ebenfalls unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das kann ein Anzeichen für eine Infektion mit FSME sein. Auch bei anderen Symptomen sollten Sie Ihrem Arzt immer vom Zeckenbiss berichten.

Wie schützt man sich vor einem Zeckenstich? Tipps vom Arzt

Die Angst vor einem Zeckenstich ist weit verbreitet. Was aber sagen Experten? Der Mannheimer Allergologe Dr. med. Falko Panzer rät wenn möglich zum Impfschutz: „Gegen Borreliose kann man sich generell nicht impfen lassen, diese Krankheit ist aber mit Antibiotika gut behandelbar“, erklärt er. Gegen FSME könne und solle man sich dagegen tatsächlich impfen lassen.

Zitat

„Ist es für eine Impfung zu spät, sollte man Zeckenbiotope mit Gräsern, Farnen und Büschen im Sommer eher meiden, Picknick und Pausen besser nicht an Waldrändern und auf Wiesen abhalten.“

Dr. med. Falko Panzer, Allergologe aus Mannheim

Weitere Tipps vom Experten:

  • dicht schließende Bekleidung tragen
  • auf lange Ärmel und Hosenbeine achten
  • Hosenbeine in Socken oder Stiefel stecken

Wie lange dauert es, bis ein Zeckenbiss gefährlich wird?

Mann mit Prothese sitzt am orangefarbenen Van vor Landschaft und Himmel.

ERGO Unfallversicherung

Weil „Kann passieren“ schnell passiert ist

Gegen einen Zeckenbiss kann man sich kaum vollständig schützen – gegen die Folgen schon. Die ERGO Unfallversicherung unterstützt Sie, wenn ein Zeckenstich zu bleibenden Beeinträchtigungen führt.

Wie schütze ich mich vor Zecken?

Wer gerne draußen in der Natur ist, kann auch mal von einer Zecke gestochen werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass Sie die Zecke so früh wie möglich entdecken. Denn je länger die Zecke Zeit zum Saugen hat, desto höher ist das Risiko, infiziert zu werden. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten, sich zu schützen.

Karte: Wo in Deutschland kommen Zecken vor?

Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete zum Download gibt das Robert-Koch-Institut heraus. Wem diese Landkarten nicht detailliert genug sind, kann sich vor Ort auch bei den Gesundheitsbehörden erkundigen. Das Zeckenaufkommen und damit auch das Infektionsrisiko sind sogar innerhalb eines Landkreises unterschiedlich. Vom Robert-Koch-Institut definierte Risikogebiete liegen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie in einigen Regionen im südlichen Hessen, Thüringen.

FAQ – Häufige Fragen zum Zeckenbiss

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Die Stichstelle einer Zecke zeigt sich meist als kleine, runde Rötung auf der Haut. In der Mitte kann die Zecke als dunkler Punkt sichtbar sein. Ist sie bereits vollgesogen, wirkt sie hellbraun und rundlich. Leichtes Jucken oder eine Schwellung sind normal und klingen meist nach wenigen Tagen ab.

Zecken saugen über mehrere Stunden bis Tage, je nach Körperstelle und Entwicklungsstadium. Wird der Stich frühzeitig entdeckt und die Zecke entfernt, sinkt das Risiko einer Krankheitsübertragung deutlich.

Ja, ein Zeckenbiss kann jucken oder leicht gerötet sein, vor allem in den ersten Tagen nach der Entfernung. Das liegt an der Reaktion der Haut auf den Speichel der Zecke. Solange die Rötung an der Bissstelle klein bleibt und nach wenigen Tagen abklingt, besteht kein Grund zur Sorge. Vergrößert sich die Stelle oder tritt Wanderröte auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen – das kann auf eine Infektion hindeuten.

Wenn sich die Rötung nach einigen Tagen vergrößert, sich ringförmig ausbreitet (Wanderröte) oder Fieber und Gliederschmerzen auftreten, sollten Sie unbedingt ärztliche Hilfe suchen. Das kann auf eine Infektion mit Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hinweisen.

Bleibt ein kleiner Rest, meist ein Teil des Stechapparats, in der Bissstelle in der Haut, ist das meist unbedenklich. Der Körper stößt den Fremdkörper in der Regel von selbst ab. Bei Schmerzen oder Entzündungen sollte die Stelle ärztlich untersucht werden.

Tragen Sie beim Aufenthalt in der Natur lange Kleidung, verwenden Sie Insektenspray, z. B. spezielles Zeckenspray, und suchen Sie den Körper anschließend gründlich ab. In FSME-Risikogebieten empfiehlt sich zudem eine Impfung.

Stand: 23.01.2026

Tipps der Redaktion

Lesen lohnt sich!