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Trockene Augen

Was hilft gegen das Sicca-Syndrom?

Brennen, Jucken, Fremdkörpergefühl? Trockene Augen haben viele Ursachen. So erkennen Sie die Auslöser und behandeln sie richtig.

Eine Frau tropft sich Augentropfen ins recht Auge.

Trockene Augen beeinträchtigen die Lebensqualität – von Brennen bis zu verschwommenem Sehen. Behandlungen können Kosten verursachen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Eine Augenversicherung kann hier finanziell entlasten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trockene Augen können viele Ursachen haben, darunter Allgemeinerkrankungen, Medikamente und trockene Raumluft.
  • Die Symptome sind vielfältig und individuell: Sie reichen von brennenden Augen über erhöhte Lichtempfindlichkeit bis zu vermehrtem Tränenfluss.
  • In vielen Fällen werden trockene Augen symptomatisch mit Augentropfen behandelt.

Diese Themen finden Sie hier

Was sind trockene Augen?

Trockene Augen, auch bekannt als Sicca-Syndrom, sind der häufigste Grund für einen Besuch beim Augenarzt. Auch wenn nicht immer eine ernste Erkrankung dahintersteckt, können die zahlreichen Symptome die Lebensqualität der Betroffenen doch deutlich beeinträchtigen. Häufig handelt es sich um eine Benetzungsstörung: Es wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert.

Meist entstehen trockene Augen langsam und über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Unbehandelt können sie im schlimmsten Fall Beeinträchtigungen beim Sehen nach sich ziehen oder sogar zur Erblindung führen. 

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Ursachen, Symptome und möglichen Therapien.

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Welche Funktionen hat der Tränenfilm?

Der Tränenfilm spielt eine wesentliche Rolle für die Gesundheit der Augen. 

Beim Blinzeln verteilt das Lid den Tränenfilm auf dem Auge – etwa 10- bis 15-mal pro Minute. Grund dafür sind schmerzempfindliche Sensoren auf der Augenoberfläche, die reagieren, sobald der Tränenfilm aufreißt. Er hat eine Reihe von Aufgaben.

Tränenfilm

  • Er sorgt dafür, dass die Augenoberfläche glatt ist und einfallendes Licht gleichmäßig bricht.
  • Er versorgt die Augenhornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.
  • Er ermöglicht eine reibungsfreie Bewegung der Augenlider über die Horn- und Bindehaut.
  • Er schützt das Auge vor Wind, Kälte und Hitze.
  • Er spült Keime und Fremdkörper aus dem Auge.

Gut zu wissen

Wie ist der Tränenfilm aufgebaut?

Der hauchdünne Tränenfilm besteht aus 3 Schichten: Die innere Schleimschicht liegt direkt am Auge an und ermöglicht ein gutes Anhaften der anderen beiden Schichten. Die mittlere wässrige Schicht macht den größten Anteil aus. Die äußere Fettschicht verhindert schnelle Verdunstung.

Wie entstehen trockene Augen?

Wenn zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden oder deren Zusammensetzung mangelhaft ist, wirkt sich das auf das Auge aus.

Was passiert?

  • Es kommt zu einer erhöhten Konzentration an Salzen und Schleimstoffen, die zu den klassischen Symptomen wie brennenden oder verklebten Augen und dem Fremdkörpergefühl führen.
  • Mehr Entzündungsbotenstoffe werden produziert, wodurch gerötete oder geschwollene Augen entstehen.
  • In manchen Fällen kommt es zu einer erhöhten Produktion der wässrigen Schicht, wenn das Auge die Trockenheit ausgleichen möchte. Diese kann jedoch aufgrund der falschen Zusammensetzung nicht richtig anhaften und fließt aus – das Auge tränt.
  • Bleibt die Erkrankung längere Zeit unbehandelt, kann sich zudem die Hornhaut eintrüben. Das geht meist mit einer deutlichen Sehbeeinträchtigung einher.

Gut zu wissen

Woher kommen plötzlich trockene Augen?

Plötzliche trockene Augen entstehen häufig durch äußere Einflüsse wie trockene Heizungsluft, Klimaanlagen oder intensive Bildschirmarbeit. Auch neue Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Kontaktlinsen können Auslöser sein. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden schnell wieder.

Welche Symptome treten bei trockenen Augen auf?

Als häufigstes Symptom gilt das Trockenheitsgefühl in den Augen. Weitere Symptome sind vielfältig und können einzeln oder zusammen auftreten.

Symptome

  • juckende, kratzende oder brennende Augen
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • müde Augen
  • verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Wind und Kälte
  • gerötete oder geschwollene Augen
  • verklebte Augen, besonders beim Aufwachen
  • Druckgefühl oder Schmerzen
  • vorübergehend verschwommenes Sehen
  • tränende Augen als Reflex auf die Trockenheit
  • Unverträglichkeit von Kontaktlinsen

Was sind die Ursachen trockener Augen?

Trockene Augen entstehen meist aus 2 Gründen: Es wird nicht genügend Tränenflüssigkeit produziert oder der Tränenfilm verdunstet zu schnell. Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen. Äußere Einflüsse verstärken dies.

Gut zu wissen

Was sind die Meibom-Drüsen?

Etwa 70 Meibom-Drüsen befinden sich an den Rändern von Ober- und Unterlid. Sie produzieren winzige Fetttröpfchen, die beim Blinzeln über die Augenoberfläche verteilt werden. Vor allem bei Lidrandentzündungen oder Milbenbefall im Wimpernbereich sind sie in ihrer Funktion gestört. 

Risikofaktoren: Wer ist besonders häufig von trockenen Augen betroffen?

In Deutschland leiden schätzungsweise 15 % der Menschen unter einem Trockenheitsgefühl im Auge. In den vergangenen Jahren ist eine deutlich steigende Tendenz zu beobachten.

Risikofaktoren

  • Ältere, da im fortschreitenden Lebensalter die Produktion von Tränenflüssigkeit nachlässt
  • Frauen während der Schwangerschaft oder Wechseljahren sowie im Zuge einer Hormonbehandlung
  • Menschen, die sich oft und lange konzentrieren müssen, z. B. bei der Bildschirmarbeit, da die hohe Konzentration das unwillkürliche Blinzeln unterdrückt (Office-Eye-Syndrom)

Sicca-Syndrom: Wie wird die Diagnose gestellt?

Neben einer generellen Augenuntersuchung mittels Spaltlampe hat der Augenarzt verschiedene Möglichkeiten, um trockene Augen und deren Ursache zu diagnostizieren. Zudem sind weitere Untersuchungen möglich, mit denen der Augenarzt andere Augenerkrankungen ausschließen kann.

Was ist die Erstbehandlung bei trockenen Augen?

Nicht immer ist gleich eine radikale Therapie erforderlich. Schon mit kleinen Veränderungen können Betroffene ihre Symptome lindern.

Erstbehandlung

  • Verwenden Sie arzneimittelfreie Tränenersatzmittel, sogenannte künstliche Tränen, die die Tränenflüssigkeit ersetzen oder verbessern. 
  • Reduzieren Sie auslösende Faktoren wie Zugluft oder Bildschirmarbeit.
  • Achten Sie bewusst darauf, regelmäßig zu blinzeln.

Gut zu wissen

Wann sollte ich mir wegen trockener Augen Sorgen machen?

Wenn die Beschwerden länger anhalten, stärker werden oder zusätzlich Schmerzen, Rötungen oder Sehstörungen auftreten, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Auch wenn Augentropfen nicht helfen, ist eine Abklärung sinnvoll.

Was hilft bei sehr trockenen Augen?

Wenn die Beschwerden stärker sind oder anhalten, können weitere Behandlungen notwendig sein.

Gut zu wissen

Was passiert, wenn trockene Augen nicht behandelt werden?

Für die Gesundheit der Augen und die Sehkraft spielt der Tränenfilm eine wichtige Rolle. Unterschätzen Sie daher trockene Augen nicht: Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann daraus langfristig eine chronische Entzündung der Hornhaut oder Bindehaut entstehen.

Welche Hausmittel helfen bei trockenen Augen?

Verschiedene Hausmittel können ebenfalls hilfreich sein und die Beschwerden lindern. So können Sie Ihre Augen unterstützen.

Hausmittel

  • viel trinken
  • Lebensmittel, die reich an Vitamin A und Omega-3-Fettsäuren sind
  • sorgfältige Pflege der Augenlider
  • Lidmassage, um die Tränenproduktion anzuregen
  • Veränderung des Raumklimas, z. B. durch regelmäßiges Lüften oder einen Luftbefeuchter
  • Gurkenscheiben oder warme Teebeutel mit schwarzem Tee
  • warme Kompressen, um die Sekrete in den Meibom-Drüsen zu verflüssigen, sowie eine anschließende Lidrandmassage mit einem Wattestäbchen, um eventuelle Krusten zu entfernen

FAQ – Häufige Fragen zu trockenen Augen

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Welche Krankheiten stecken hinter trockenen Augen?

Trockene Augen können durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden. Dazu zählen vor allem Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom oder rheumatoide Arthritis, aber auch Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen. Zudem können Hauterkrankungen wie Rosazea die Funktion der Lidranddrüsen stören und so den Tränenfilm beeinträchtigen.

Können trockene Augen wieder weggehen?

Das hängt von der Ursache ab. Werden die trockenen Augen durch äußere Faktoren wie trockene Luft oder Bildschirmarbeit ausgelöst, können sie sich oft wieder vollständig bessern. Bei chronischen Erkrankungen bleiben sie meist bestehen, lassen sich aber gut behandeln und kontrollieren.

Wann sind Augentropfen sinnvoll?

Rezeptfreie Augentropfen gelten als eine erste Sofortmaßnahme bei trockenen Augen. Sie sind sinnvoll, wenn die Augen trocken, gereizt oder müde sind – etwa durch Bildschirmarbeit, trockene Luft oder Kontaktlinsen. Sie helfen, den Tränenfilm zu stabilisieren und die Augenoberfläche zu befeuchten. Werden die Symptome stärker oder tritt keine Besserung ein, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Worauf sollte ich bei Augentropfen achten?

Wenn Sie Augentropfen über einen längeren Zeitraum verwenden möchten, achten Sie darauf, dass diese keine Konservierungsstoffe enthalten. Denn die Zusatzstoffe gelten wiederum als Auslöser für trockene Augen.

Woher kommen plötzlich trockene Augen?

Plötzliche trockene Augen entstehen häufig durch äußere Einflüsse wie trockene Heizungsluft, Klimaanlagen oder intensive Bildschirmarbeit. Auch neue Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Kontaktlinsen können Auslöser sein. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden schnell wieder.

Welche Rolle spielen Kontaktlinsen oder Brillen bei trockenen Augen?

Kontaktlinsen können trockene Augen begünstigen, da sie den Tränenfilm beeinflussen und die Verdunstung erhöhen können. Besonders, wenn sie lange getragen werden, treten häufiger Beschwerden auf.

Brillen hingegen haben keinen negativen Einfluss auf den Tränenfilm. Im Gegenteil: Sie können das Auge sogar etwas vor Wind und Zugluft schützen.

Können auch junge Menschen trockene Augen bekommen?

Ja. Trockene Augen betreffen nicht nur ältere Menschen. Studien zeigen, dass auch junge Erwachsene bereits Beschwerden oder messbare Veränderungen an der Augenoberfläche und den Meibom-Drüsen haben können – besonders bei Kontaktlinsen, viel Bildschirmzeit oder Stress.

Stand: 11.09.2026

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