Trockene Augen können durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden. Dazu zählen vor allem Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom oder rheumatoide Arthritis, aber auch Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen. Zudem können Hauterkrankungen wie Rosazea die Funktion der Lidranddrüsen stören und so den Tränenfilm beeinträchtigen.
Trockene Augen beeinträchtigen die Lebensqualität – von Brennen bis zu verschwommenem Sehen. Behandlungen können Kosten verursachen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Eine Augenversicherung kann hier finanziell entlasten.
Das Wichtigste in Kürze
- Trockene Augen können viele Ursachen haben, darunter Allgemeinerkrankungen, Medikamente und trockene Raumluft.
- Die Symptome sind vielfältig und individuell: Sie reichen von brennenden Augen über erhöhte Lichtempfindlichkeit bis zu vermehrtem Tränenfluss.
- In vielen Fällen werden trockene Augen symptomatisch mit Augentropfen behandelt.
Diese Themen finden Sie hier
Was sind trockene Augen?
Trockene Augen, auch bekannt als Sicca-Syndrom, sind der häufigste Grund für einen Besuch beim Augenarzt. Auch wenn nicht immer eine ernste Erkrankung dahintersteckt, können die zahlreichen Symptome die Lebensqualität der Betroffenen doch deutlich beeinträchtigen. Häufig handelt es sich um eine Benetzungsstörung: Es wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert.
Meist entstehen trockene Augen langsam und über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Unbehandelt können sie im schlimmsten Fall Beeinträchtigungen beim Sehen nach sich ziehen oder sogar zur Erblindung führen.
Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Ursachen, Symptome und möglichen Therapien.
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Welche Funktionen hat der Tränenfilm?
Der Tränenfilm spielt eine wesentliche Rolle für die Gesundheit der Augen.
Beim Blinzeln verteilt das Lid den Tränenfilm auf dem Auge – etwa 10- bis 15-mal pro Minute. Grund dafür sind schmerzempfindliche Sensoren auf der Augenoberfläche, die reagieren, sobald der Tränenfilm aufreißt. Er hat eine Reihe von Aufgaben.
Tränenfilm
- Er sorgt dafür, dass die Augenoberfläche glatt ist und einfallendes Licht gleichmäßig bricht.
- Er versorgt die Augenhornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.
- Er ermöglicht eine reibungsfreie Bewegung der Augenlider über die Horn- und Bindehaut.
- Er schützt das Auge vor Wind, Kälte und Hitze.
- Er spült Keime und Fremdkörper aus dem Auge.
Gut zu wissen
Wenn zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden oder deren Zusammensetzung mangelhaft ist, wirkt sich das auf das Auge aus.
Was passiert?
- Es kommt zu einer erhöhten Konzentration an Salzen und Schleimstoffen, die zu den klassischen Symptomen wie brennenden oder verklebten Augen und dem Fremdkörpergefühl führen.
- Mehr Entzündungsbotenstoffe werden produziert, wodurch gerötete oder geschwollene Augen entstehen.
- In manchen Fällen kommt es zu einer erhöhten Produktion der wässrigen Schicht, wenn das Auge die Trockenheit ausgleichen möchte. Diese kann jedoch aufgrund der falschen Zusammensetzung nicht richtig anhaften und fließt aus – das Auge tränt.
- Bleibt die Erkrankung längere Zeit unbehandelt, kann sich zudem die Hornhaut eintrüben. Das geht meist mit einer deutlichen Sehbeeinträchtigung einher.
Gut zu wissen
Als häufigstes Symptom gilt das Trockenheitsgefühl in den Augen. Weitere Symptome sind vielfältig und können einzeln oder zusammen auftreten.
Symptome
- juckende, kratzende oder brennende Augen
- Fremdkörpergefühl im Auge
- müde Augen
- verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Wind und Kälte
- gerötete oder geschwollene Augen
- verklebte Augen, besonders beim Aufwachen
- Druckgefühl oder Schmerzen
- vorübergehend verschwommenes Sehen
- tränende Augen als Reflex auf die Trockenheit
- Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
Zu wenig Tränenflüssigkeit
- verminderte Funktion der Tränendrüse im steigenden Alter
- hormonelle Veränderungen, z. B. Menopause oder Schwangerschaft
- Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, rheumatoide Arthritis, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder Parkinson
- Einnahme bestimmter Medikamente, z. B. Betablocker, Diuretika, Antidepressiva, Schlafmittel, Psychopharmaka, Antihistaminika sowie bestimmter Hormonpräparate
- Schädigung der Tränendrüse, z. B. nach Entzündungen oder Bestrahlung
- Vitamin-A-Mangel, z. B. bei einer Leberfunktionsstörung
Tränenfilm verdunstet zu schnell oder ist gestört
- Meibom-Drüsen-Dysfunktion oder Lidrandentzündung
- Augenoperationen, Laserbehandlungen oder diagnostische Eingriffe
- Hauterkrankungen, z. B. Rosazea, Neurodermitis oder Schuppenflechte
- Lidfehlstellungen oder unvollständiger Lidschluss
- Kontaktlinsen, insbesondere häufiges und langes Tragen
- Verletzungen und Entzündungen wie eine allergiebedingte Bindehautentzündung
- Störungen der Schleimschicht, wodurch der Tränenfilm schlechter haftet
Äußere Einflüsse
- längere Bildschirmzeit, die zu unvollständigem Blinzeln und einer Reizung der Augenoberfläche führen kann, z. B. durch Bildschirmarbeit, lesen oder konzentriertes Sehen
- häufiger Aufenthalt in geschlossenen Räumen mit trockener Luft durch Heizung oder Klimaanlage
- Zugluft, Wind, Kälte und Hitze
- Rauch, Abgase, Ozon und Feinstaub
- Kosmetikprodukte oder Make-up-Partikel
Gut zu wissen
Risikofaktoren: Wer ist besonders häufig von trockenen Augen betroffen?
In Deutschland leiden schätzungsweise 15 % der Menschen unter einem Trockenheitsgefühl im Auge. In den vergangenen Jahren ist eine deutlich steigende Tendenz zu beobachten.
Risikofaktoren
- Ältere, da im fortschreitenden Lebensalter die Produktion von Tränenflüssigkeit nachlässt
- Frauen während der Schwangerschaft oder Wechseljahren sowie im Zuge einer Hormonbehandlung
- Menschen, die sich oft und lange konzentrieren müssen, z. B. bei der Bildschirmarbeit, da die hohe Konzentration das unwillkürliche Blinzeln unterdrückt (Office-Eye-Syndrom)
Sicca-Syndrom: Wie wird die Diagnose gestellt?
Neben einer generellen Augenuntersuchung mittels Spaltlampe hat der Augenarzt verschiedene Möglichkeiten, um trockene Augen und deren Ursache zu diagnostizieren. Zudem sind weitere Untersuchungen möglich, mit denen der Augenarzt andere Augenerkrankungen ausschließen kann.
Schirmer-Test
Der Augenarzt kann die Menge der Tränenflüssigkeit mit dem sogenannten Schirmer-Test bestimmen: Dabei wird ein Streifen Filterpapier in den Bindehautsack eingehängt. Darauf liest der Arzt nach einigen Minuten die zurückgelegte Strecke der Tränenflüssigkeit ab.
Tränenaufrisszeit
Alternativ kann er die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit mithilfe der Tränenaufrisszeit überprüfen: Dazu färbt er die Hornhaut ein, sodass erkennbar wird, wann der Film aufbricht. Geschieht das innerhalb von 10 Sekunden, ist das ein Hinweis auf eine fehlerhafte Zusammensetzung.
Nicht immer ist gleich eine radikale Therapie erforderlich. Schon mit kleinen Veränderungen können Betroffene ihre Symptome lindern.
Erstbehandlung
- Verwenden Sie arzneimittelfreie Tränenersatzmittel, sogenannte künstliche Tränen, die die Tränenflüssigkeit ersetzen oder verbessern.
- Reduzieren Sie auslösende Faktoren wie Zugluft oder Bildschirmarbeit.
- Achten Sie bewusst darauf, regelmäßig zu blinzeln.
Gut zu wissen
Erweiterte Behandlungsmöglichkeiten
- entzündungshemmende Augentropfen (nach ärztlicher Abklärung)
- fetthaltige Augentropfen zur Unterstützung der Fettschicht, die auf das geschlossene Auge gesprüht werden
- Salben oder Augengele: Diese werden meist über Nacht angewandt, da sie aufgrund ihrer Beschaffenheit vorübergehende Sehbeeinträchtigungen auslösen
- Lidrandpflege und warme Kompressen (bei Meibom-Drüsen-Dysfunktion)
- Anpassung oder Wechsel von Kontaktlinsen
- Überprüfung von Medikamenten als mögliche Ursache
Bei schweren Verläufen
- dauerhafte oder temporäre Verödung oder Verschließung der Tränenabflusskanäle: Dadurch wird das Abfließen des Tränenfilms in die Nase verhindert.
- Therapeutische Kontaktlinsen: Diese speziellen Linsen können zeitlich begrenzt eingesetzt werden und helfen dabei, die Augenoberfläche zu schützen.
Gut zu wissen
Welche Hausmittel helfen bei trockenen Augen?
Verschiedene Hausmittel können ebenfalls hilfreich sein und die Beschwerden lindern. So können Sie Ihre Augen unterstützen.
Hausmittel
- viel trinken
- Lebensmittel, die reich an Vitamin A und Omega-3-Fettsäuren sind
- sorgfältige Pflege der Augenlider
- Lidmassage, um die Tränenproduktion anzuregen
- Veränderung des Raumklimas, z. B. durch regelmäßiges Lüften oder einen Luftbefeuchter
- Gurkenscheiben oder warme Teebeutel mit schwarzem Tee
- warme Kompressen, um die Sekrete in den Meibom-Drüsen zu verflüssigen, sowie eine anschließende Lidrandmassage mit einem Wattestäbchen, um eventuelle Krusten zu entfernen
Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.
Welche Krankheiten stecken hinter trockenen Augen?
Können trockene Augen wieder weggehen?
Das hängt von der Ursache ab. Werden die trockenen Augen durch äußere Faktoren wie trockene Luft oder Bildschirmarbeit ausgelöst, können sie sich oft wieder vollständig bessern. Bei chronischen Erkrankungen bleiben sie meist bestehen, lassen sich aber gut behandeln und kontrollieren.
Wann sind Augentropfen sinnvoll?
Rezeptfreie Augentropfen gelten als eine erste Sofortmaßnahme bei trockenen Augen. Sie sind sinnvoll, wenn die Augen trocken, gereizt oder müde sind – etwa durch Bildschirmarbeit, trockene Luft oder Kontaktlinsen. Sie helfen, den Tränenfilm zu stabilisieren und die Augenoberfläche zu befeuchten. Werden die Symptome stärker oder tritt keine Besserung ein, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
Worauf sollte ich bei Augentropfen achten?
Wenn Sie Augentropfen über einen längeren Zeitraum verwenden möchten, achten Sie darauf, dass diese keine Konservierungsstoffe enthalten. Denn die Zusatzstoffe gelten wiederum als Auslöser für trockene Augen.
Woher kommen plötzlich trockene Augen?
Plötzliche trockene Augen entstehen häufig durch äußere Einflüsse wie trockene Heizungsluft, Klimaanlagen oder intensive Bildschirmarbeit. Auch neue Medikamente, hormonelle Veränderungen oder Kontaktlinsen können Auslöser sein. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden schnell wieder.
Welche Rolle spielen Kontaktlinsen oder Brillen bei trockenen Augen?
Kontaktlinsen können trockene Augen begünstigen, da sie den Tränenfilm beeinflussen und die Verdunstung erhöhen können. Besonders, wenn sie lange getragen werden, treten häufiger Beschwerden auf.
Brillen hingegen haben keinen negativen Einfluss auf den Tränenfilm. Im Gegenteil: Sie können das Auge sogar etwas vor Wind und Zugluft schützen.
Können auch junge Menschen trockene Augen bekommen?
Ja. Trockene Augen betreffen nicht nur ältere Menschen. Studien zeigen, dass auch junge Erwachsene bereits Beschwerden oder messbare Veränderungen an der Augenoberfläche und den Meibom-Drüsen haben können – besonders bei Kontaktlinsen, viel Bildschirmzeit oder Stress.
Stand: 11.09.2026
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