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Netzhautablösung

Ernste Gefahr fürs Auge

Schon bei den ersten Anzeichen einer Netzhautablösung eilt es. Sonst sind irreparable Schäden möglich. Diese Anzeichen sollten Sie kennen.

Eine Frau macht einen Sehtest beim Augenarzt.

Unsere Sehkraft ist wichtiger, als uns im Alltag oft bewusst ist. Viele Augenbehandlungen sind aber mit Zusatzkosten verbunden. Eine Augenversicherung schützt Sie vor finanziellen Belastungen durch Sehhilfen, OPs und Therapien.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Netzhautablösung gilt als augenärztlicher Notfall und kann unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zur Erblindung führen.
  • Ursachen der seltenen Augenkrankheit sind meist altersbedingte Veränderungen, aber auch Verletzungen, Entzündungen oder Tumore am Auge.
  • Zu den Symptomen zählen Lichtblitze, „Rußregen“ und Gesichtsfeldausfälle; behandelt wird ausschließlich operativ bzw. per Laser oder Kältesonde.

Diese Themen finden Sie hier

Was ist eine Netzhautablösung?

Eine Netzhautablösung ist eine ernste, wenn auch vergleichsweise seltene Erkrankung des Auges. In Deutschland werden nach Angaben des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) jährlich rund 8.000 Neuerkrankungen registriert, das entspricht einem von 10.000 Menschen. Besonders häufig sind ältere Menschen und Menschen mittleren Alters betroffen.
Schon bei den ersten Anzeichen einer beginnenden Ablösung der Netzhaut ist Eile geboten. Denn die Erkrankung kann nicht medikamentös behandelt werden, sondern muss in jedem Fall operiert werden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Prozesse bei einer Netzhautablösung ablaufen, wie sich die Erkrankung bemerkbar macht und welche Therapien es gibt.

Junge Frau sitzt entspannt auf der Terrasse.

Augenversicherung

Schützen Sie Ihr Augenlicht

Sorgen Sie dafür, dass Vorsorge- und Behandlungskosten im Rahmen bleiben. Auch wenn Sie unerwartet eine Augenerkrankung trifft.

Was ist die Netzhaut?

Checkliste

  • Die Netzhaut befindet sich im hinteren Teil des Auges. Sie enthält Sinneszellen, die Lichtreize in elektrische Nervenimpulse umwandeln – kurz: die fürs Sehen zuständig sind.
  • Die Netzhaut ist zwischen 0,1 und 0,5 mm dick und liegt zwischen dem Glaskörper und der Aderhaut.
  • Die sogenannte Aderhaut ist für die Versorgung der Netzhaut und der darin befindlichen Nervenzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen verantwortlich.
  • Netzhaut und Aderhaut werden von einem sehr dünnen Spalt getrennt, in dem sich Flüssigkeit befindet. In diesem Spalt herrscht Unterdruck, sodass die Schichten normalerweise aneinanderkleben.

Was passiert bei einer Netzhautablösung?

Bei einer Netzhautablösung löst sich die Netzhaut von der Aderhaut und wölbt sich in den Augapfel hinein. In der Folge wird die Versorgung der Netzhaut mit Nährstoffen unterbrochen, woraufhin die Sehsinneszellen absterben.

Welche Formen der Netzhautablösung gibt es?

In der Augenmedizin sind 3 Formen der Netzhautablösung bekannt. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Ursache.

Wichtige Info

Verursacht ein Riss in der Netzhaut immer eine Netzhautablösung?

Ein Riss oder Loch in der Netzhaut muss nicht zwangsläufig zu einer Netzhautablösung führen. Bleibt der Riss bzw. die Vernarbung ohne weitere Symptome, zieht dies oft keine Ablösung nach sich.

Was sind die Symptome einer Netzhautablösung?

Eine Netzhautablösung verläuft meist schmerzlos. Bei den Patienten macht sich der Vorfall meist nur durch ein verändertes Sehverhalten bemerkbar.

Ganz wichtig für Sie

Was muss ich tun, wenn ich Symptome für eine Netzhautablösung bemerke?

Wenn Sie nur Lichtblitze und „Rußregen“ im Auge bemerken, sind das zunächst nur Symptome für einen Riss oder verstärkten Zug auf der Netzhaut. Doch sie gelten als ernste Hinweise auf eine bevorstehende Netzhautablösung. Gehen Sie daher auch bei solchen Symptomen schnellstmöglich zum Augenarzt.

Was sind die Ursachen einer Netzhautablösung?

Es gibt unterschiedliche Risikofaktoren für eine Netzhautablösung.

Checkliste

  • Altersbedingtes Schrumpfen des Glaskörpers, insbesondere bei Menschen zwischen 50 und 70 Jahren
  • Augenoperationen, z. B. Kataraktoperation (Grauer Star)
  • Verletzung des Auges, etwa durch Schläge auf das Auge oder Unfälle/Trauma
  • Wiederkehrende Augenentzündungen können dazu führen, dass sich Flüssigkeit unter der Netzhaut ansammelt
  • Erkrankungen, z. B. Diabetes mellitus, Morbus Coats oder Frühgeborenen-Retinopathie
  • Genetische Veranlagung: erhöhtes Risiko bei Fällen in der Familie
  • Starke Kurzsichtigkeit: durch eine übermäßige Länge des Augapfels bei Kurzsichtigkeit ist die Netzhaut konstant unter leichtem Zug und kann schneller reißen

Besonders häufig: Netzhautablösung durch schrumpfenden Glaskörper

Der Glaskörper des Auges besteht zu 98 % aus Wasser und füllt das Auge zu zwei Dritteln aus. Mit fortgeschrittenem Alter schrumpft der Glaskörper – das kann eine Netzhautablösung begünstigen.

Checkliste

  • Mit zunehmendem Alter verliert der Glaskörper an Flüssigkeit und fällt im hinteren Bereich ein Stück weit in sich zusammen
  • Dabei löst sich die Grenzmembran des Glaskörpers vollständig von der Netzhaut – meist ohne Symptome.
  • Kommt es zu einer zu festen Verbindung zwischen Glaskörper und Netzhaut, kann sich die Membran nicht vollständig lösen.
  • Der Glaskörper haftet im hinteren Teil an der Netzhaut an und übt Zug auf sie aus.
  • Wird das Ziehen zu stark, kann die Netzhaut reißen und es bilden sich Risse oder Löcher.
  • Durch diese dringt Flüssigkeit aus dem Glaskörper und lagert sich zwischen der Netzhaut und der darunterliegenden Schicht ab.
  • An diesen Stellen kann sich die Netzhaut ablösen.

Wie wird eine Netzhautablösung diagnostiziert?

Neben der Sehschärfenbestimmung ist die Augenspiegelung, auch Ophthalmoskopie genannt, die häufigste Untersuchung zum Feststellen einer Netzhautablösung. Damit kann der Augenarzt den Augenhintergrund erkennen und die Netzhaut optisch untersuchen. Dafür wird die Pupille medikamentös geweitet, sodass der Arzt mithilfe eines speziellen Vergrößerungsglases hindurchblicken kann.

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, ist in der Regel schmerzlos und zieht in den meisten Fällen keine Nebenwirkungen nach sich. Sie ist für den Patienten kostenlos, sofern eine medizinische Notwendigkeit dafür besteht.

Gut zu wissen

Ist meine Sehkraft durch die Netzhautuntersuchung eingeschränkt?

Wegen der pupillenerweiternden Augentropfen dürfen Patienten im Anschluss an die Untersuchung nicht Auto fahren und sind verstärkt lichtempfindlich. Lassen Sie sich daher nach Möglichkeit zur Untersuchung begleiten und nehmen Sie eine Sonnenbrille mit.

Wie kann man eine Netzhautablösung behandeln?

Eine Netzhautablösung kann nicht mit Medikamenten behandelt werden. Stattdessen haben Patienten 3 operative Behandlungsmöglichkeiten:

Info für Sie

Wie schnell muss Netzhautablösung behandelt werden?

Eine Netzhautablösung ist eine akute Erkrankung des Auges und sollte schnellstmöglich behandelt werden, sobald sich erste Symptome zeigen.

Einmal abgestorbene Sehzellen können nicht ersetzt werden. Deshalb Achtung: ohne Behandlung droht Erblinden. Daher spielt der Zeitfaktor bei der Behandlung eine wichtige Rolle. Je früher die Netzhautablösung behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Wie läuft eine Netzhaut-OP ab und was ist zu beachten?

Eine Netzhautablösung macht in jedem Fall eine Operation erforderlich. Im Regelfall sind Sie danach erst einmal krankgeschrieben.

Checkliste

  • Die Operationen können in den meisten Fällen unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
  • Je nach Ursache und Ausprägung dauert die OP 20 bis 60 Minuten.
  • Im Anschluss ist meist ein stationärer Klinikaufenthalt von mehreren Tagen notwendig.
  • Um die Heilung zu unterstützen, müssen Sie in den ersten Tagen meist entzündungshemmende Augentropfen oder -salben nehmen.
  • Während der Genesungsphase sollten Sie einige Wochen lang körperliche Anstrengung vermeiden, z. B. durch Sport oder Heben schwerer Gewichte.
  • Meiden Sie zunächst auch Aktivitäten, die schnelle Augenbewegungen erfordern, z. B. Lesen.
  • Gehen Sie im Anschluss zur regelmäßigen Nachkontrolle.

Wichtig zu wissen

Ist eine Netzhaut-OP schmerzhaft?

Eine Netzhaut-OP ist in der Regel nicht schmerzhaft. Sie wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt, sodass während des Eingriffs keine Schmerzen auftreten. Nach der Operation kann es vorübergehend zu leichten Schmerzen oder einem Druckgefühl im Auge kommen.

Augenschäden durch Netzhautablösung: Wie ist der Verlauf?

Wie stark die Sehkraft geschädigt wird, hängt davon ab, wie schnell die Behandlung erfolgt, aber auch von der genauen Stelle der Ablösung und der Ursache.

Checkliste

  • Eine unbehandelte Netzhautablösung zieht eine vollständige Erblindung nach sich. Und zwar oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen.
  • Wenn die Ablösung im Bereich der Makula stattfindet, kann die Sehkraft schon nach wenigen Stunden dauerhaft beeinträchtigt werden.
  • Abgestorbene Sehzellen können sich nicht regenerieren. An den betroffenen Stellen bleibt folglich das Sehvermögen eingeschränkt, auch wenn die fortschreitende Ablösung operativ aufgehalten werden kann.

Heilungschancen durch Netzhaut-OP: Wie ist die Prognose?

In rund 90 % der Fälle lässt sich die Netzhautablösung durch eine Operation aufhalten und operativ zumindest teilweise rückgängig machen.

Der Heilungserfolg hängt davon ab, wie kompliziert sich der Ausgangsbefund darstellt, wie groß die abgelösten Stellen sind und wie lange die Ablösung bestand.

Oft manifestiert sich eine Netzhautablösung nur an einem Auge. Ist sie rissbedingt, liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 10 %, dass in den nächsten 4 Jahren auch das andere Auge erkrankt.

Gute Info

Ab wann und wie oft sollte man die Netzhaut kontrollieren lassen?

Wenn Sie zur Risikogruppe gehören, lassen Sie ab dem 40. Lebensjahr Ihre Netzhaut jährlich von einem Augenarzt kontrollieren. So können auch an gesunden Augen Löcher oder Risse in der Netzhaut frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Wie kann man einer Netzhautablösung vorbeugen?

Eine konkrete Methode zur Vorbeugung von Netzhautschäden ist nicht bekannt. Allerdings können Sie eine gesunde Netzhaut mit verschiedenen Maßnahmen unterstützen.

Checkliste

  • Fördern Sie eine gesunde Durchblutung der Netzhaut mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin.
  • Essen Sie regelmäßig dunkle Obst- und Gemüsesorten wie Heidelbeeren, Brombeeren, Auberginen und rote Bete. Denn die darin enthaltenen Anthocyane können die Blutgefäße im Auge unterstützen.
  • Verwenden Sie in besonderen Gefahrensituationen eine Schutzbrille.
  • Aktivieren Sie beim Lesen auf Bildschirmen in dunklen Räumen den Nachtmodus, um Ihre Augen vor blauem LED-Licht zu schützen.
  • Ersetzen Sie kaltweiße LED-Leuchtmittel durch warmweiße.
  • Tragen Sie bei erhöhter Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille mit UV-Filter.
  • Achten Sie als Diabetiker auf eine optimale Einstellung Ihrer Blutzuckerwerte.

FAQ – Häufige Fragen zur Netzhautablösung

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Nach einer Netzhaut-OP sind Sie im Regelfall einige Wochen arbeitsunfähig, abhängig von Heilungsverlauf und der Tätigkeit. Langfristige Einschränkungen sind möglich, vor allem wenn die Makula betroffen war. Bei früher Behandlung bleibt die Sehkraft jedoch oft weitgehend erhalten, sodass Sie wieder voll arbeitsfähig sind.

Risikofaktoren für eine Netzhautablösung sind vor allem höheres Lebensalter, starke Kurzsichtigkeit, frühere Augenoperationen (z. B. Grauer Star), Verletzungen des Auges sowie bestehende Netzhautschäden. Auch eine familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen.

Eine Netzhautablösung lässt sich nicht sicher verhindern. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen – besonders bei starker Kurzsichtigkeit oder nach Augenoperationen – helfen jedoch, Risikoveränderungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.

Ja. Eine Netzhautablösung entsteht häufig ohne äußere Verletzung. Altersbedingte Veränderungen des Glaskörpers oder Netzhautrisse sind deutlich häufigere Ursachen als ein Trauma.

Bei einer Netzhautablösung oder dem Verdacht darauf sollten körperliche Anstrengung, schweres Heben und ruckartige Bewegungen vermieden werden. Wichtig ist vor allem, keine Zeit zu verlieren und umgehend eine augenärztliche Untersuchung durchführen zu lassen.

Nein. Eine Netzhautablösung heilt nicht von selbst und gilt als augenärztlicher Notfall. Ohne Behandlung kann sie innerhalb kurzer Zeit zu dauerhaften Sehverlusten oder Erblindung führen.

Typische Warnzeichen sind plötzlich auftretende Lichtblitze, eine deutliche Zunahme von „Rußregen“ oder schwarzen Punkten sowie ein Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld. Die Beschwerden sind meist schmerzlos. Bei solchen Symptomen sollte umgehend eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, da eine schnelle Behandlung entscheidend ist.

Das Risiko ist insgesamt gering, steigt jedoch bei starker Kurzsichtigkeit, nach Augenoperationen, bei Verletzungen oder wenn bereits eine Netzhautablösung am anderen Auge aufgetreten ist. Auch mit zunehmendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit leicht zu. Eine individuelle Einschätzung kann Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt vornehmen.

Eine Operation an der Netzhaut ist ein mikrochirurgischer Eingriff, der in der Regel unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt wird. Die genaue Methode hängt vom Befund ab. Dank moderner Techniken sind die Eingriffe heute gut planbar und werden häufig routinemäßig durchgeführt.

Ja. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Erfolgsaussichten meist gut. In vielen Fällen kann die Netzhaut wieder stabil angelegt werden. Wie gut sich das Sehvermögen erholt, hängt unter anderem davon ab, wie früh die Therapie erfolgt und ob die Stelle des schärfsten Sehens betroffen war.

Stand: 23.03.2026

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