Computerspielen schädigt die Augen nicht direkt. Wie bei jeder intensiven Bildschirmnutzung, wie Bildschirmarbeit, können jedoch trockene, müde oder gereizte Augen auftreten – vor allem bei langen Spielzeiten ohne Pausen. Regelmäßige Unterbrechungen und bewusstes Blinzeln helfen, Beschwerden zu vermeiden.
Tägliche Bildschirmarbeit belastet unsere Augen oft stärker, als viele denken. Eine Augenversicherung sorgt für Sicherheit bei notwendigen Behandlungen und Sehhilfen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bildschirmarbeit führt in der Regel nicht zu dauerhaften Augenschäden, kann jedoch trockene, müde oder gereizte Augen verursachen.
- Mit regelmäßigen Pausen, ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung und gezielten Augenübungen lassen sich viele Beschwerden deutlich reduzieren.
- Bei anhaltenden Problemen helfen augenärztliche Kontrollen und – falls nötig – eine passende Bildschirmbrille. Solche Leistungen können Sie auch zusätzlich mit einer Augen- und Brillenversicherung absichern.
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Schadet Bildschirmarbeit den Augen?
Für viele Menschen gehört die Bildschirmarbeit zum Alltag: Schätzungsweise rund 17 bis 26 Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten regelmäßig im Büro – oft am Computer oder Laptop. Viele davon verbringen dort den Großteil ihres Arbeitstages vor Bildschirmen – Tendenz steigend. Wie sich die Arbeit am Computer letztendlich auf die Gesundheit und unser Sehvermögen auswirkt, ist bislang aber wenig erforscht.
Sabine Heegner, Fachkraft für Arbeitssicherheit, erklärt:
„Bislang konnte kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht werden, dass die Arbeit am Computer zu direkten Schädigungen am Auge führt. Allerdings kann Bildschirmarbeit bei Menschen mit einer nicht oder nicht ausreichend korrigierten Kurz- oder Weitsichtigkeit die Sehqualität weiter verschlechtern. Experten schätzen, dass dies auf etwa 30 bis 40 % der Bevölkerung zutrifft.“
Augen- und Brillenversicherung
Für den perfekten Durchblick – auch am Bildschirm
Wenn Sie häufig am PC arbeiten, kann eine Sehhilfe hilfreich sein. Eine Augen- und Brillenversicherung beteiligt sich an den Kosten.
Wenn Sie häufig am PC arbeiten, kann eine Sehhilfe hilfreich sein. Eine Augen- und Brillenversicherung beteiligt sich an den Kosten.
Checkliste
- Trockene Augen
- Müde Augen
- Rote Augen
- Brennen oder Fremdkörpergefühl
- Verschwommenes oder doppeltes Sehen
- Vermehrter Tränenfluss
- Lichtempfindlichkeit
- Schwindel
- Kopfschmerzen
Gut zu wissen
Die häufigsten Augenprobleme durch Bildschirmarbeit entstehen nicht durch den Bildschirm selbst, sondern durch die Art, wie wir arbeiten.
Checkliste
- Wer lange und konzentriert auf den Bildschirm schaut, blinzelt automatisch seltener, wodurch die Augen schneller austrocknen und sich gereizt anfühlen können.
- Das monotone Starren auf eine feste Distanz führt dazu, dass die Augenmuskulatur über längere Zeit angespannt bleibt und schneller ermüdet.
- Der ständige Blickwechsel zwischen Tastatur, Papier und Monitor zwingt das Auge, sich permanent auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen, was die Sehleistung zusätzlich beansprucht.
- Ungünstige Lichtverhältnisse wie Blendungen, Spiegelungen oder starke Kontraste können die Augen reizen und bestehende Beschwerden verstärken.
- Ein falscher Bildschirmabstand sorgt dafür, dass sich die Augen stärker anpassen müssen, was langfristig zu einer Überlastung führen kann.
Regelmäßige Pausen einlegen
Unsere Augen sind nicht dafür gemacht, stundenlang auf eine konstante Distanz zu fokussieren. Kurze Unterbrechungen entspannen die Augenmuskulatur und regen den natürlichen Lidschlag an.
Sabine Heegner rät: „Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßig Pausen. Blinzeln Sie, schauen Sie aus dem Fenster oder fokussieren Sie Dinge, die sich weiter weg befinden.“
Den Arbeitsplatz ergonomisch einrichten
Ein gut eingerichteter Arbeitsplatz entlastet nicht nur die Augen, sondern auch Rücken und Nacken. Faustregel: Stellen Sie Ihren Bildschirm mindestens 50 cm vom Auge entfernt und rechtwinklig zum Fenster auf, um Reflexionen zu vermeiden.
Stellen Sie außerdem sicher, dass die oberste Textzeile etwa 30 Grad unterhalb Ihrer Augenhöhe liegt. So bleibt Ihre Kopfhaltung aufrecht und Ihre Augen werden entlastet. Sabine Heegner empfiehlt zur Orientierung: „Stellen Sie sich vor, Sie sind am Scheitel mit einem Faden an der Decke verbunden, der diesen sanft nach oben zieht.“
Für ausreichende Befeuchtung und Flüssigkeit sorgen
Trockene Augen am Bildschirm entstehen häufig durch zu seltenes Blinzeln und trockene Raumluft. Achten Sie darauf, regelmäßig zu trinken, um die natürliche Befeuchtung der Augen zu unterstützen.
Wenn sich Ihre Augen trocken anfühlen, können konservierungsmittelfreie künstliche Tränen helfen.
Schriftart und Schriftgröße richtig wählen
Auch die Darstellung am Bildschirm spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Augen bei Bildschirmarbeit zu schonen.
Verwenden Sie möglichst schnörkellose, serifenlose Schriftarten wie Arial oder Helvetica. Diese erleichtern das Lesen und reduzieren die visuelle Anstrengung – besonders bei längeren Dokumenten.
Stellen Sie die Schriftgröße so groß ein, dass Sie Texte entspannt lesen können, ohne die Augen zusammenzukneifen oder sich nach vorne zu beugen – so schonen Sie auch Ihre Nackenmuskulatur. Als Orientierung gelten mindestens 5 Millimeter Zeichenhöhe – individuell darf es natürlich größer sein.
Kontraste und Farben bewusst einsetzen
Vermeiden Sie starke Farbkontraste und extreme Hell-Dunkel-Wechsel. Nutzen Sie zudem eine harmonische Bildschirmdarstellung und verzichten Sie möglichst auf problematische Farbkombinationen wie Blau und Rot nebeneinander.
Die Expertin erklärt: „Weil die Farbe Blau ihren Brennpunkt vor der Netzhaut hat, Rot jedoch dahinter, erhält das Auge verschiedene Reize, was zu Irritationen beim Sehen führt.“
Gut zu wissen
Checkliste
- 20-20-20-Regel: Schauen Sie alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in etwa 20 Fuß (ca. 6 Meter) Entfernung. Diese kurze Pause entspannt die Augenmuskulatur und unterbricht das dauerhafte Nahsehen.
- Fokuswechsel: Fixieren Sie zunächst einen nahen Gegenstand – etwa einen Stift – und richten Sie Ihren Blick anschließend auf einen weiter entfernten Punkt. Wiederholen Sie diesen Wechsel mehrmals, um die Anpassungsfähigkeit der Augen zu trainieren.
- Palmieren: Reiben Sie Ihre Hände aneinander und legen Sie die warmen Handflächen locker über die geschlossenen Augen. Bleiben Sie etwa 30 Sekunden in der Dunkelheit und atmen Sie ruhig.
- Augenkreisen: Rollen Sie Ihre Augen langsam im Uhrzeigersinn und danach in die entgegengesetzte Richtung. So lockern Sie die Augenmuskulatur und fördern die Beweglichkeit.
- Bewusst blinzeln: Schließen und öffnen Sie Ihre Augen mehrmals aktiv hintereinander. Das unterstützt die natürliche Befeuchtung und hilft gegen trockene Augen am Bildschirm.
- Konturenblick: Wählen Sie einen Gegenstand im Raum und fahren Sie seine Umrisse langsam mit den Augen nach. Diese Übung unterbricht das monotone Starren und entspannt die Augen.
Gut zu wissen
Welchen Nutzen hat eine „Computerbrille“?
Eine Computerbrille ist eine spezielle Art von Lesebrille, die an die besonderen Bedingungen am Bildschirmarbeitsplatz angepasst ist. Sie kann sinnvoll sein, wenn eine normale Lesebrille nicht ausreicht.
Sabine Heegner erklärt: „Zwischen Auge und Buch liegen etwa 40 Zentimeter, zwischen Auge und Bildschirm aber mindestens 50 Zentimeter. Eine normale Lesebrille ist am Bildschirmarbeitsplatz deshalb nicht geeignet.“
Beschäftigte, die vor Ort auch in Kundenkontakt treten und dafür immer wieder vom Bildschirm aufschauen müssen, benötigen dagegen oft eine Gleitsichtbrille.
Nicht zu verwechseln ist die Computerbrille mit einer sogenannten Blaulicht- oder Blaufilterbrille. Diese filtert bestimmte Anteile des blauen Lichts. Ob solche Filter Augenbeschwerden tatsächlich reduzieren, ist wissenschaftlich bislang nicht eindeutig belegt. Entscheidend ist daher vor allem eine korrekt angepasste Sehstärke für den jeweiligen Arbeitsabstand.
Gut zu wissen
Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.
Manche Menschen schwören auf eine sogenannte Rasterbrille. Dabei handelt es sich um eine schwarze Brille mit winzigen Öffnungen, ähnlich wie beim Facettenauge eines Insekts.
Es gibt keinen Nachweis über eine Wirksamkeit der Rasterbrille. Im Gegenteil: Ärzte warnen davor, da sie häufig als Sonnenbrille verwendet wird. Da die Rasterbrille aber keinen UV-Schutz hat, ist dies als gefährlich anzusehen. Kritisiert wird auch die Einschränkung des Sehfelds. Das passt nicht zum Auge. Denn das Auge ist ein aktiver Muskel.
Dauerhafte Beschwerden wie trockene oder rote Augen, verschwommenes Sehen, häufige Kopfschmerzen oder eine nachlassende Sehschärfe können Warnzeichen sein. Halten die Symptome länger an oder treten sie regelmäßig auf, sollten Sie eine Augenarztpraxis aufsuchen.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel medizinisch notwendige Behandlungen. Eine spezielle Bildschirm- oder Arbeitsplatzbrille kann unter bestimmten Voraussetzungen vom Arbeitgeber bezahlt werden. Zusätzliche Leistungen, etwa hochwertige Sehhilfen oder Vorsorgeangebote, können über eine spezielle Augenversicherung abgesichert werden.
Stand: 20.04.2026
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