Arbeitsunfähig: Alles rund um die Krankschreibung

Bett statt Büro

Mit Husten und Fieber sollten Sie auch ohne Corona-Pandemie nicht zur Arbeit gehen. Auf diese Dinge müssen Sie bei der Krankschreibung achten.

Arbeitsunfähig: Alles rund um die Krankschreibung

Rechtsfrage des Tages:

Mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit fällt das Arbeiten oft schwer. Sind Sie erkrankt, dürfen Sie der Arbeit fernbleiben. Allerdings müssen Sie auf einiges achten. Was gilt rund um die Krankschreibung?

Antwort:

Wer unentschuldigt der Arbeit fernbleibt, bekommt keinen Lohn. So einfach lautet die Faustformel. Es gibt jedoch Ausnahmen, wonach der Arbeitnehmer Anspruch auf Freistellung von der Arbeit bei gleichzeitiger Lohnfortzahlung hat. Ein Fall ist die Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Erkrankung. Bei Arztbesuchen kommt es auf den Einzelfall an. Ein paar Regeln sollten Sie kennen.

Abmelden ab dem ersten Tag

Jeder Angestellte ist verpflichtet, sich gleich am ersten Krankheitstag bei der Arbeit abzumelden. Das kann er per Telefon tun oder eine E-Mail schreiben. Dann muss er aber auch sicherstellen, dass die E-Mail gelesen wird, beispielsweise durch die Anforderung einer Lesebestätigung. Außerdem muss er angeben, wie lange er voraussichtlich fehlen wird. Hat er beispielsweise angekündigt, morgen wieder fit zu sein und liegt trotzdem noch krank im Bett, sollte er auch am nächsten Tag seinen Arbeitgeber informieren.

Bescheinigung erst ab dem dritten Tag?

Viele Arbeitnehmer gehen davon aus, dass sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) pauschal erst ab dem dritten Fehltag beim Arbeitgeber einreichen müssen. So ganz richtig ist das nicht. Ab dem dritten Krankheitstag muss der erkrankte Angestellte nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, die spätestens am darauffolgenden Arbeitstag im Betrieb vorliegen muss. Aber Achtung! Der Arbeitgeber kann eine AU-Bescheinigung schon ab dem ersten Tag verlangen. Das gilt nicht nur für den Fall, wenn der Arbeitgeber eine vorgeschobene Erkrankung wittert.

Rückdatierung möglich?

Eigentlich darf ein Arzt einen Patienten erst ab dem Tag der Untersuchung krankschreiben. In Ausnahmefällen kann die AU-Bescheinigung aber auch rückdatiert werden. Nämlich dann, wenn der Arzt nach ernsthafter Prüfung nachvollziehen kann, dass der Patient in den letzten Tagen nicht gearbeitet hat und auch kein Arztbesuch möglich war. Ein Beispiel wäre die Rückdatierung auf das Wochenende.

Krankschreibung per Telefon

Was bereits während des ersten Lockdowns möglich war, gilt auch seit dem 19. Oktober wieder. Haben Sie eine leichte Atemwegserkrankung wie Husten, Schnupfen oder Heiserkeit, können Sie sich telefonisch von Ihrem Hausarzt für bis zu sieben Tage krankschreiben lassen. Die Arbeitsunfähigkeit kann einmalig für bis zu weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung gilt zunächst bis Ende des Jahres. Sind Sie ernsthafter erkrankt, sollten Sie nicht zuletzt im Eigeninteresse Ihren Hausarzt persönlich aufsuchen und gegebenenfalls eine Corona-Infektion ausschließen.

Freistellung für Arztbesuch

Müssen Sie wegen einer akuten Erkrankung oder Verletzung sofort zum Arzt, muss der Arbeitgeber Sie freistellen. Sie erhalten auch für die Ausfallzeit Ihr Gehalt. Manche gesundheitlichen Probleme müssen jedoch nicht sofort behandelt werden. Dann müssen Sie sich bemühen, einen Arzttermin außerhalb der Arbeitszeit zu finden. Ist der Kalender beim Arzt aber voll und Sie können die Behandlung nicht auf die lange Bank schieben, muss Ihr Chef Ihren Arbeitsausfall hinnehmen.

Arztbesuch ohne Dringlichkeit

Bei reinen Vorsorgeuntersuchungen wird hingegen Ihre Flexibilität gefordert. Da diese Untersuchungen keiner besonderen Dringlichkeit unterliegen, müssen Sie die Termine in Ihre Freizeit legen oder Urlaub nehmen. Umgekehrt sind manche Untersuchungen an eine bestimmte Zeit gebunden. Müssen Sie morgens nüchtern zum Blutabnehmen, kommt wiederum ein Freistellungsanspruch in Betracht. Letztlich spielt es also immer eine Rolle, wie dringlich die ärztliche Behandlung ist.

Gleiche Regeln für Azubis

Damit nach der Krankheit nicht noch Ärger im Ausbildungsbetrieb droht, müssen sich auch Azubis gleich am ersten Tag der Fehlzeit vor Arbeitsbeginn bei Ihrem Ausbilder abmelden. Mit diesem sollten sie schon vorher vereinbaren, ob die Krankmeldung telefonisch oder beispielsweise per E-Mail erfolgen soll. Worunter sie genau leiden, brauchen Azubis ebenso wenig anzugeben wie Arbeitnehmer. Wohl aber, wie lange sie voraussichtlich fehlen werden. Spätestens ab dem dritten Fehltag müssen sie sich ein ärztliches Attest besorgen, das spätestens am vierten Arbeitstag beim Ausbilder vorliegen muss. Die Meldepflicht gilt übrigens auch, wenn der Azubi eigentlich an diesem Tag Berufsschule hat. Auch wenn er eigentlich die Schulbank gedrückt hätte, muss er sich in seinem Ausbildungsbetrieb krankmelden. Zusätzlich muss er sich telefonisch in der Schule abmelden. Dort reicht im Anschluss aber meist eine schriftliche Entschuldigung. Zur Sicherheit können Azubis ihren Lehrer fragen, wie sie sich in der Schule korrekt krankmelden können.

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