Krankschreibung: Abschied vom "Gelben Schein"

AU ohne Papier

Seit Anfang 2021 sollte der vertraute "Gelbe Schein" als Krankmeldung ausgedient haben und alles elektronisch ablaufen. Wann ist es soweit?

Krankschreibung: Abschied vom "Gelben Schein"

Rechtsfrage des Tages:

Werden Sie als Arbeitnehmer krank, müssen Sie sich eine ärztliche Bescheinigung holen. Diesen "Gelben Schein" müssen Sie dann schnellstmöglich Ihrem Chef zukommen lassen. Damit sollte eigentlich schon Schluss sein. Wann kommt die elektronische Krankmeldung?

Antwort:

Die Bürokratie soll verschlankt werden. Bisher erhalten erkrankte Arbeitnehmer von ihrem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in dreifacher Ausfertigung. Eine geht an die Krankenkasse, eine ist für den Arbeitgeber bestimmt und die letzte für die eigenen Unterlagen. Bereits seit Anfang des Jahres 2021 sollte die ganze Prozedur eigentlich schon elektronisch ablaufen. Jetzt soll es am 1. Juli 2022 wirklich losgehen.

AU-Bescheinigung ab wann?

Läuft die Nase und die Glieder schmerzen, sollten Sie lieber zu Hause bleiben. Bei Ihrem Arbeitgeber müssen Sie sich umgehend krankmelden. Außerdem müssen Sie ihm mitteilen, wann Sie voraussichtlich wieder bei der Arbeit erscheinen können. Eine Bescheinigung vom Arzt brauchen Sie in der Regel erst, wenn Sie länger als drei Tage krank sind. Dann muss die AU-Bescheinigung spätestens am nächsten Tag beim Arbeitgeber vorliegen. Aber Achtung! Schauen Sie lieber nochmal in Ihren Arbeitsvertrag. Dort kann eine abweichende Regelung vereinbart sein.

Künftig elektronisch

An die Stelle der Papierform soll nun ein elektronisches Meldeverfahren treten. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sollen ab dem 1. Juli 2022 vom Arzt nur noch elektronisch an die Krankenkasse übermittelt werden. Diese informiert den Arbeitgeber auf Abruf über den Beginn und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Im gleichen Zug soll sie den Arbeitgeber über das Ende der Entgeltfortzahlung informieren. Wie bisher auch, erhält der Arbeitgeber keine Daten über die Diagnose oder gar Krankengeschichte des Patienten. Zudem soll eine Verschlüsselung Datensicherheit gewährleisten. 

Warum erst jetzt?

Die Pflicht zur digitalen Übermittlung der Krankschreibung hat sich verzögert. Grund dafür ist, dass die Arztpraxen noch nicht flächendeckend die technische Ausstattung sicherstellen können. Dazu kommt die zusätzliche Belastung von Ärzten und Mitarbeitern aufgrund der Corona-Pandemie. Daher wurde der Start zunächst auf den 1. Januar 2022 verschoben und aktuell nochmals auf den 1. Juli 2022. Bis dahin dürfen Ärzte noch die Bescheinigung auf Papier ausstellen. Ab dem Stichtag ist dann das eAU-Verfahren für Vertragsärzte allerdings verpflichtend. In der Übergangszeit soll ein Pilotprojekt laufen.

Telefonische Krankschreibung

Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, sich bei leichten Erkältungsbeschwerden telefonisch krankschreiben zu lassen. Die Maßnahme wurde zunächst bis Ende Dezember 2021 verlängert. Allerdings können Sie nicht einfach eine AU-Bescheinigung telefonisch bestellen. Vielmehr muss Ihr Arzt sich in einer eingehenden telefonischen Beratung von Ihrem Zustand überzeugen. Die telefonische Krankschreibung ist bis zu sieben Tage möglich und kann einmalig um sieben weitere Tage verlängert werden.

 

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