Abc-Schützen: erhöhte Vorsicht geboten!

Sicher zur Schule

In den meisten Bundesländern sind die Abc-Schützen in die Schule gestartet. Für Autofahrer bedeutet das, jetzt besonders gut aufzupassen.

Abc-Schützen: erhöhte Vorsicht geboten!

Rechtsfrage des Tages:

In fast allen Bundesländern hat die Schule bereits wieder begonnen. Und viele Schulkinder starten aufgeregt in einen neuen Lebensabschnitt. Was müssen Sie beachten, wenn Sie Ihren Nachwuchs zur Schule fahren?

Antwort:

Insbesondere vor den Grundschulen wird mit der Einschulung wieder viel Verkehr herrschen. Eltern oder Großeltern fahren ihre kleinen Abc-Schützen zum Unterricht. Leider kommt es dabei immer wieder zu brenzligen Situationen, obwohl der Nachwuchs doch eigentlich besonders beschützt werden soll. Als Grundregel sollten Sie vor Schulen besondere Aufmerksamkeit walten lassen. Bedenken Sie, dass unsere kleinsten Schüler meist noch nicht sicher im Straßenverkehr unterwegs sind.

Kinder richtig sichern

Selbstverständlich müssen Sie auch auf dem Weg zur Schule alle Kinder in den vorgeschriebenen Kindersitzen unterbringen. Kinder bis zwölf Jahre, die kleiner als 1,50 Meter sind, müssen in entsprechenden Rückhaltesystemen gesichert werden. Dies gilt auch für das Nachbarkind, das mitfährt. Und selbstverständlich auch dann, wenn Sie nur eine kurze Strecke fahren müssen.

Corona-Regeln

Ob Sie mehrere Kinder auch aus anderen Familien mitnehmen dürfen, kommt auf die jeweiligen geltenden Corona-Regeln Ihres Bundeslandes an. Da im Auto der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, kann es wieder zu einer Beschränkung von Autofahrten nur im Rahmen der Mitglieder eines Hausstands kommen. Derzeit dürfte die Mitnahme von Kindern meist erlaubt sein. Erkundigen Sie sich, was in Ihrem Bundesland gilt. Zur Sicherheit sollten Ihre Beifahrer eine Schutzmaske tragen.

Achtung beim Halten und Parken

Parken in zweiter Reihe, an der Bushaltestelle oder auf dem Zebrastreifen ist ohnehin tabu. Denken Sie aber neben einem möglichen Bußgeld daran, dass Sie Ihre und die anderen Schulkinder dadurch besonders gefährden. Allgemein sollten Sie an Schulen und Kindergärten langsam und besonders bremsbereit fahren. Auch wenn Ihre Kinder ausgestiegen sind, sollten Sie nicht auf die Tube drücken.

Fußgängerüberweg

Vor einem Zebrastreifen müssen Sie besonders vorsichtig sein. Achten Sie darauf, ob Fußgänger und insbesondere Kinder den Überweg passieren möchten. Als Autofahrer sind Sie verpflichtet, an Fußgängerüberwegen stets bremsbereit und mit gemäßigter Geschwindigkeit zu fahren. An der Schule ist doppelte Vorsicht geboten. Erwarten Sie nicht, dass alle Erstklässler zunächst vor dem Zebrastreifen stehen bleiben. Rechnen Sie lieber damit, dass diese einfach losstürmen. Halten und Parken dürfen Sie vor einem Fußgängerüberweg nur mit einem Mindestabstand von fünf Metern. Hinter dem Zebrastreifen gilt diese Beschränkung nicht.

Schulbusse

Ob die Kinder mit dem Schul- oder Linienbus kommen, spielt keine Rolle. Das Ein- und Aussteigen birgt viele Gefahren. So rennen Kinder nicht selten einfach vor dem Bus über die Straße. Geben Sie als Autofahrer nicht besonders acht, ist ein tragischer Unfall schnell passiert. Schaltet der Busfahrer bereits während der Fahrt den Warnblinker ein, dürfen Sie nicht überholen. Busse an der Haltestelle mit Warnblinker dürfen Sie nur mit Schrittgeschwindigkeit und ausreichend Abstand passieren. Das gilt auch, wenn der Bus auf der gegenüberliegenden Straßenseite hält. Rund um die Schule sollten Sie sich an diese Regel selbst dann halten, wenn der Warnblinker ausbleibt.

Zu Fuß zur Schule

Im Idealfall haben Sie schon früh mit der Verkehrserziehung Ihres Kindes begonnen und schon vor dem Schulstart den Weg zur Schule geübt. Zum Schulbeginn sollten Sie Ihr Kind zunächst begleiten und insbesondere an den kritischen Stellen das richtige Verhalten trainieren. Ist Ihr Kind dann später allein unterwegs, sollten Sie sein Verhalten im Straßenverkehr ab und zu überprüfen. Vielleicht können Sie es als besondere Familienaktion gelegentlich abholen oder zur Schule bringen. So können Sie sicherstellen, dass sich keine gefährlichen Verhaltensweisen eingeschlichen haben.

Tempo 30 nur zu Unterrichtszeiten?

Häufig finden Sie bei Geschwindigkeitsbeschränkungen Zusatzschilder, die das Tempolimit erklären. So auch an Schulen. Während der Ferienzeiten findet aber kein Unterricht und damit kein Schulbetrieb statt. So mancher Autofahrer kann da auf die Idee kommen, das Tempolimit gelte in dieser Zeit nicht. Ähnlich gelagert ist die Frage, ob die Geschwindigkeitsbeschränkung auch an Feiertagen oder außerhalb der Unterrichtszeiten gilt. Die meisten Gerichte machen auch an Feiertagen keine Ausnahme vom Tempolimit. Gleiches dürfte auch für die Ferienzeit gelten. Vereinzelt fallen gerichtliche Entscheidungen zwar auch anders aus. Dennoch spricht mehr dafür, auch in Ferienzeiten sein Tempo an Schulen zu drosseln. Oder wissen Sie immer, ob die Schule nicht vielleicht eine Ferienbetreuung anbietet? Auch Schulhöfe und Spielplätze auf dem Schulgelände ziehen Kinder außerhalb des Unterrichts an. Es liegt also nahe, dass Sie trotz geschlossener Klassenzimmer an Schulen immer verstärkt mit Kindern rechnen sollten. Tempo 30 als maximal erlaubte Geschwindigkeit macht daher Sinn. So werden es vermutlich auch die meisten Gerichte beurteilen.

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