Verdorbene Schokolade im Nikolausstiefel

MHD entscheidend?

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, brauchen Sie Ihre Nikolausgaben nicht gleich wegzuwerfen. Wickeln Sie diese erstmal aus.

Verdorbene Schokolade im Nikolausstiefel

Rechtsfrage des Tages:

War Ihr Stiefel heute Morgen gut gefüllt? Hoffentlich schmeckt auch alles. Welche Rechte haben Sie, wenn Sie den Schokoweihnachtsmann auswickeln und die Schokolade verdorben ist? Oder die weihnachtlichen Kekse aus der Packung bröseln?

Antwort:

Es gibt sie in braun, weiß, schwarz oder sogar bunt: Schokoweihnachtsmänner sind vor den Feiertagen ebenso wenig wegzudenken wie Lichterketten und Kerzenschein. Besonders enttäuschend ist es natürlich, wenn der Nikolaus ranzige Schokolade in den Stiefel gesteckt hat. Genauso traurige Gesichter werden Sie ernten, wenn das Weihnachtsgebäck zerbröckelt ist oder muffig schmeckt. Die Ansprüche des Käufers richten sich auch hier nach den allgemeinen Regeln des Gewährleistungsrechts.

Umtauschen möglich

War die Schokolade beim Kauf verdorben oder unansehnlich verfärbt, liegt in der Regel ein Mangel vor. Ebenfalls handelt es sich um einen Sachmangel, wenn Sie statt lustiger Keksfiguren in der Packung nur noch Krümel finden. Diese Mängel ziehen die üblichen Gewährleistungsansprüche nach sich. Sie können zunächst Nacherfüllung verlangen. Vom Verkäufer müssten Sie dann also einen frischen Weihnachtsmann oder eine intakte Kekspackung bekommen. Lehnt er dies ab oder ist es ihm unmöglich, etwa weil die schokoladigen Weihnachtsboten ausverkauft sind, können Sie vom Vertrag zurücktreten und Ihr Geld zurückverlangen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum

Doch welche Bedeutung hat dabei das Mindesthaltbarkeitsdatum? Diese Datumsangabe auf Lebensmitteln wird von den meisten Konsumenten falsch verstanden. Es handelt sich nämlich um eine Beschaffenheitsgarantie. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt nichts darüber aus, bis wann die Lebensmittel verzehrt werden können. Insofern muss es vom sogenannten Verbrauchs- oder Verfallsdatum unterschieden werden. Tatsächlich können Sie die meisten Lebensmittel vollkommen unbedenklich auch nach Ablauf dieses Datums verzehren. Vertrauen Sie auf Ihre Sinne. Riecht und schmeckt das Produkt normal und sieht es aus wie erwartet, ist es in der Regel auch nicht verdorben.

Was dürfen Sie erwarten?

Vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums darf der Verbraucher damit rechnen, dass das Produkt in seiner Beschaffenheit, also beispielsweise Aussehen, Konsistenz und Aroma, seinen Erwartungen entspricht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum entscheidet also nicht darüber, ob Ansprüche eines Kunden bestehen oder nicht. Ist die Ware nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch einwandfrei, besteht kein Mangel und der Verkäufer muss weder umtauschen noch den Kaufpreis erstatten. Zumindest, wenn Sie den Artikel gekauft haben, als das Datum noch nicht erreicht war. Umgekehrt gilt, dass verdorbene Ware Ansprüche des Käufers auslöst, selbst wenn das Ablaufdatum noch nicht erreicht ist. Es kommt also auf den tatsächlichen Zustand des Produktes an.

Verkauf nicht als „Normalware“

Eine weitere Bedeutung hat das Mindesthaltbarkeitsdatum aber doch. Nach gerichtlichen Entscheidungen dürfen Händler Ware mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht als „Normalware“ verkaufen. Wollen diese die Produkte noch an den Mann bringen, ist das zwar nicht verboten. Der Kunde muss aber deutlich erkennen können, dass die Lebensmittel über dem angegebenen Datum sind. Meist verkaufen Läden diese Artikel in besonderen Aufstellern zu einem günstigeren Preis. Entdecken Sie abgelaufene Produkte im Supermarktregal zum normalen Preis, können Sie aus dieser Rechtsprechung aber keinen Nutzen ziehen. Es handelt sich nämlich um einen Wettbewerbsverstoß, gegen den Verbraucher nicht vorgehen können. Sie können aber natürlich versuchen, den Artikel zu einem günstigeren Preis zu kaufen.

Umtausch verdorbener Lebensmittel

Hat Ihr Schokoweihnachtsmann unabhängig vom Haltbarkeitsdatum seine besten Tage schon hinter sich und ist nicht mehr genießbar, können Sie im Geschäft einen Umtausch verlangen. Dabei müssen Sie natürlich nachweisen, dass Sie die Nascherei auch in diesem Geschäft gekauft haben. Insofern wäre es hilfreich, wenn Sie den Kassenbon aufgehoben haben. Dieser ist zwar nicht zwingend für die Gewährleistungsansprüche notwendig. Allerdings dient er Ihnen als Beweis. Gerade bei einem Massenprodukt wie Schokoladennikoläusen könnten Sie den ungenießbaren Gesellen ja auch anderswo gekauft haben.

Auch interessant:

ERGO Versicherung

Damit Sie Ihr gutes Recht bekommen

Hier finden Sie garantiert den passenden Tarif. Z.B. den umfassenden Privat-Rechtsschutz für die Lebensbereiche Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr.

Ähnliche Beiträge: