Radtour in Zeiten von Corona

Radeln am Vatertag

Aufgrund der eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten durch die Corona-Krise greifen viele Leute wieder zum Fahrrad. Erfahren Sie hier, worauf Sie achten

Radtour in Zeiten von Corona

Rechtsfrage des Tages:

Himmelfahrt steht vor der Tür. Auf eine zünftige Vatertagstour werden Sie dieses Jahr eher verzichten müssen. Vielleicht machen Sie eine kleine Radtour mit Ihrer Familie? Welche Regeln müssen Sie beachten?

Antwort:

Statt auf Vatertagstour zu gehen, bietet sich morgen bei schönem Wetter eine gemütliche Fahrradtour an. Auch auf dem Fahrrad müssen Sie sich an bestimmte Verhaltensweisen und Verkehrsregeln halten. Betrunken Fahrrad zu fahren ist ebenso verboten wie freihändig auf dem Rad im Handy zu tippen. Außerdem müssen Sie die geltenden Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie beachten.

Radfahren erlaubt und gesund

Radfahren ist gesund, das wissen wir nicht erst seit der Corona-Krise. Es stärkt das Herz-Kreislaufsystem, baut Muskeln auf und bringt uns letztlich an die frische Luft. Grundsätzlich spricht auch die derzeitige Lage keinesfalls gegen eine kleine Radtour. Experten halten das Infektionsrisiko für überschaubar, beachten Sie ein paar Regeln.

Schutz vor Corona

Auch beim Radfahren sollten Sie den Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern einhalten. In einer großen Gruppe sollten Sie besser nicht fahren. Denken Sie daran, dass gegebenenfalls geltende Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktverbote natürlich auch beim Fahrradfahren gelten. Mehrtägige Touren über den Brückentag dürften derzeit noch nicht möglich sein. Fahren Sie besser in der unmittelbaren Umgebung Ihres Wohnortes.

Vermummungsverbot auf dem Rad?

Vorgeschrieben ist ein Mundschutz auf dem Fahrrad in der Regel nicht. So mancher möchte sich aber auch auf dem Drahtesel besonders schützen. Das Tragen eines Mundschutzes im Auto ist bis auf wenige Ausnahmen nicht erlaubt. Dort dürfen Sie sich nicht verhüllen und Ihr Gesicht muss erkennbar sein. Auf dem Fahrrad gilt dies nicht. Die gesetzliche Regelung zum Vermummungsverbot im Auto finden Sie in § 23 Absatz 4 Straßenverkehrsordnung (StVO). Dieser Absatz bezieht sich aber ausdrücklich nur auf Kraftfahrzeuge, zu denen nicht motorbetriebene Fahrräder nicht gehören. Wollen Sie also beim Radeln einen Mundschutz tragen, spricht rechtlich nichts dagegen.

Darf ich beim Radeln mein Handy nutzen?

Sicherlich wissen Sie, dass Sie im Auto nicht mit Ihrem Smartphone hantieren dürfen. Das Verbot finden Sie in § 23 Absatz 1a StVO. Anders als beim Vermummungsverbot in Absatz 4 benennt diese Vorschrift aber nicht Kraftfahrzeuge, sondern allgemein Fahrzeuge. Diese umfassen auch Fahrräder. Tippen Sie also beim Fahrradfahren auf Ihrem Handy, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen. Es ist nämlich verboten. Untersagt ist es dabei nicht nur zu telefonieren. Sie dürfen sich ebenso wie im Auto überhaupt nicht mit Ihrem Smartphone beschäftigen. Was erlaubt ist: Über Ihr Smartphone dürfen Sie Musik hören, sofern Sie es nicht während der Fahrt bedienen. Achten Sie aber darauf, dass Sie trotz Kopfhörern die Geräusche des Straßenverkehrs wahrnehmen und sich nicht akustisch abkapseln. Dann droht wiederum ein Bußgeld.

Vorsicht mit dem Alkohol

Wer alkoholisiert Fahrrad fährt, riskiert nicht nur ein Bußgeld. Auch der Führerschein kann in akute Gefahr geraten. Die Alkoholgrenze liegt bei 1,6 Promille. Werden Sie derart alkoholisiert erwischt, müssen Sie mit einer Strafanzeige rechnen. Es drohen Geldstrafe, Punkte in Flensburg und eine Entziehung der Fahrerlaubnis. Außerdem werden Sie vor der Neuerteilung der Fahrerlaubnis mit einem "Depperl-Test" (medizinisch-psychologische Untersuchung) rechnen müssen. Aber schon ab 0,3 Promille kann es riskant werden. Fallen Sie damit nämlich durch Ihre Fahrweise auf oder gefährden andere, drohen Ihnen ebenfalls Sanktionen. Trinken Sie Ihr Bier lieber nach der Rückkehr von der Tour auf Ihrem Balkon.

Mit schlenkernden Füßen und freihändig

Natürlich sieht es lässig aus, freihändig das Fahrrad durch den Verkehr zu balancieren. Tatsächlich ist dies aber verboten. Mindestens eine Hand muss am Lenker sein, wenn Sie damit Ihr Rad sicher beherrschen. Aus purer Lust dürfen Sie auch Ihre Füße nicht baumeln lassen. Sie dürfen sie nämlich nur von den Pedalen nehmen, wenn der Straßenzustand dies erfordert. Und natürlich, wenn Sie anhalten.

Radfahrer besser geschützt

Die Änderung der StVO hat einige Änderungen zugunsten von Fahrradfahrern gebracht. Beispielsweise der von Kraftfahrzeugen einzuhaltende Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern innerorts und mindestens 2 Metern außerorts soll mehr Sicherheit bringen. Machen Sie sich mit den neuen Regeln vertraut. Gerade das Fahrradfahren in der Stadt kann dadurch attraktiver werden.

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