Warten auf die letzten Päckchen

Lieferung garantiert?

Die Spannung steigt: Heute sollten unbedingt noch die letzten Weihnachtsgeschenke ankommen. Aber was können Sie tun, wenn nicht?

Warten auf die letzten Päckchen

Rechtsfrage des Tages:

Der Baum ist festlich geschmückt, aber es sind noch nicht alle Päckchen da? Noch haben Sie ein paar Stunden Zeit. Aber welche Rechte haben Sie, wenn die Geschenke erst zwischen den Jahren eintrudeln?

Antwort:

Online-Shops werben mit attraktiven Weihnachtsangeboten, Rabattaktionen und häufig einer garantierten Lieferung bis Weihnachten. Entsprechend haben die Paketdienste Hochkonjunktur. Leider kommen trotzdem immer wieder Pakete erst an, wenn der Heiligabend bereits vorbei ist. Haben Sie dann kein Interesse mehr an dem Geschenk oder haben Sie schnell noch eine Alternative aufgetrieben, können Sie in vielen Fällen den Vertrag widerrufen. Ansonsten kommt es auf die Formulierung der Liefergarantie an.

Widerruf bei Online-Käufen

Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein Weihnachtsgeschenk trotz frühzeitiger Bestellung nicht rechtzeitig ankommt. Bei vielen Artikeln aus den Online-Shops haben Sie aber das gesetzliche Widerrufsrecht. Können Sie mit dem bestellten Gesellschaftsspiel nach Weihnachten nichts mehr anfangen, schicken Sie es einfach zurück. Aber Achtung! Das Gesetz kennt auch einige Ausnahmen. So können Sie einen Vertrag über personalisierte Ware nicht widerrufen. Haben Sie also Handtücher mit dem Kosenamen Ihrer Liebsten besticken lassen, können Sie diese nicht einfach so zurücksenden. Das Widerrufsrecht ist auch ausgeschlossen bei Waren, die aus hygienischen Gründen nicht zur Rückgabe geeignet sind oder deren Versiegelung Sie entfernt haben oder bei schnell verderblicher Ware. Steht Ihnen kein Widerrufsrecht zu, bleibt Ihnen nur ein Rücktritt vom Vertrag. Dieser ist aber nicht immer möglich.

Lieferung garantiert?

Hatte der Händler eine Lieferung bis Weihnachten garantiert und ein konkretes Lieferdatum genannt, können Sie bei verspäteter Lieferung vom Vertrag zurücktreten. Der Verkäufer hat dann nämlich eine vertragliche Pflicht nicht erfüllt. Dabei kommt es aber auf die Formulierung des Lieferversprechens an. Finden Sie beispielsweise die verräterischen Wörtchen "in der Regel" beim Lieferdatum, wurde gerade kein konkretes Datum garantiert.

Formulierung entscheidend

Wurde Ihnen hingegen eine Lieferung bis zum 24.12. zugesichert, können Sie unter Umständen auch Schadensersatz geltend machen. Beispielsweise, wenn Sie mangels Lieferung den gleichen Artikel noch schnell anderswo besorgt haben. War dieser teurer als im Online-Shop, können Sie vom Verkäufer die Differenz zum dortigen Kaufpreis ersetzt verlangen.

Erster Zustellversuch zählt

Erwarten Sie noch kurzfristig ein Paket, sollten Sie auch zu Hause sein. Hat der Paketbote Sie nämlich an Heilig Abend nicht angetroffen und Sie können Ihr Paket erst nach Weihnachten beim Zusteller abholen, hat der Händler dennoch pünktlich geliefert. Es fällt nicht in seine Risikosphäre, dass Ihnen das Paket nicht rechtzeitig übergeben werden konnte, weil niemand es in Empfang genommen hat. Außerdem schließen viele Händler die Liefergarantie für den Fall höherer Gewalt aus. Steckt das Paketauto in einer Schneewehe fest oder sind die Straßen wegen Blitzeis unbefahrbar, trifft ihn an der verspäteten Lieferung kein Verschulden.

Wer liefert an Heilig Abend?

Viele Paketzusteller stellen erfahrungsgemäß auch an Heilig Abend Päckchen und Pakete zu. Allerdings wird den fleißigen Zustellern in der Regel ein früherer Feierabend zugestanden, so dass es ab mittags ruhig werden dürfte. Und vielleicht zaubern Sie mit einem kleinen Schokoweihnachtsmann oder einem Tütchen mit Keksen Ihrem Paketboten ein weihnachtliches Lächeln auf die Lippen.

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