Arbeitsvertrag: Gehalt brutto oder netto?

Was ist üblich?

Wird im Arbeitsvertrag eigentlich das Brutto- oder das Nettogehalt angegeben? Und was ist überhaupt der Unterschied?

Arbeitsvertrag: Gehalt brutto oder netto?

Rechtsfrage des Tages:

Der Unterschied zwischen dem Brutto- und dem Nettogehalt kann ganz erheblich sein. Welcher Betrag steht üblicherweise im Arbeitsvertrag? Und was gilt, wenn eine genaue Bezeichnung fehlt?

Antwort:

Insbesondere für Arbeitgeber spielt es eine große Rolle, ob mit einem Mitarbeiter ein Brutto- oder Nettolohn vereinbart wurde. Bezieht sich die Angabe des Gehalts auf einen Bruttolohn, werden von diesem Betrag vor der Auszahlung die Arbeitnehmeranteile an der Einkommensteuer und den Sozialversicherungsabgaben abgezogen. Der Arbeitnehmer bekommt den sich dann ergebenden Nettolohn.

Wurde hingegen ein Nettolohn vereinbart, erhält der Arbeitnehmer diesen Betrag vollständig auf sein Konto. Der Arbeitgeber muss zusätzlich den sich auf diesen Betrag errechneten Arbeitnehmeranteil an Steuern und Abgaben bezahlen.

Nach einschlägigen Gerichtsurteilen hat der Arbeitgeber bei der Vereinbarung eines Nettolohns keine Handhabe, wenn sich bei seinem Angestellten die Lohnsteuerklasse ändert. Das vereinbarte Nettogehalt muss ausgezahlt werden, und zwar zusätzlich zur gegebenenfalls höheren Einkommenssteuer.

Brutto oder Netto: Was ist üblich?

Das Gehalt in einem Arbeitsvertrag wird üblicherweise als Bruttolohn angegeben. Liegen keine besonderen Umstände vor, wird ein Gehalt auch ohne weitere Bezeichnung als Bruttogehalt gewertet. Denn ein Nettogehalt muss immer gesondert vereinbart werden. Dafür trägt der Arbeitnehmer die Beweislast. Haben Sie im Arbeitsvertrag ein Gehalt ohne den Zusatz „brutto“ oder „netto“ aufgenommen, reicht das für die Annahme einer Nettolohnvereinbarung nicht aus.

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