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Zahnersatz

Zahnersatz ist alles, was einen Zahn zum Teil oder im Ganzen ersetzt. Dazu gehören Kronen, Brücken, Implantate und Prothesen.

Zahnersatzkosten machten im Jahr 2015 bundesweit rund ein Viertel der Zahnarztkosten aus. Karies und Parodontitis sind die häufigsten Gründe für Zahnausfall. Im Alter von 65 bis 74 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, an Parodontitis zu erkranken und Zähne zu verlieren. Aufgrund des demografischen Wandels werden die Ausgaben für Zahnersatz weiter steigen. Schon jetzt ist die Hälfte aller Rechnungen für Zahnersatz zwischen 500 und 3.000 € hoch. 11 % aller Rechnungen betragen sogar über 8.000 €.

Die gesetzlichen Krankenkassenversicherer (GKV) zahlen jedem Versicherten einen Festzuschuss im Rahmen der Regelversorgung. Das bedeutet: Die GKV übernimmt 50 % der Kosten für die standardisierte (einfachste wissenschaftlich anerkannte) Behandlungsmethode. Sind Sie arbeits- oder mittellos, zahlt die Krankenkasse den doppelten Zuschuss.

Seit 1989 hat jeder gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland Anspruch auf ein Bonusheft. In diesem Bonusheft vermerkt der Zahnarzt jede Individualprophylaxe, also den jährlichen Kontrolltermin. Haben Sie Ihr Bonusheft 5 Jahre lang regelmäßig und lückenlos gefüllt, erhöht sich Ihr Festzuschuss um 20 %. Können Sie mit Ihrem Bonusheft 10 Jahre regelmäßige Kontrollen belegen, erhöht sich Ihr Zuschuss sogar um 30 %.

Der Vorteil des Festzuschuss-Systems der Krankenkassen: Sie als Patient können Ihre Versorgung frei gestalten. Gemeinsam mit Ihrem Arzt wählen Sie die geeignetste Behandlungsmethode und das richtige Material für Ihre Bedürfnisse und Ihr Budget. Um noch freier in Ihrer Wahl zu sein, können Sie Ihre finanzielle Belastung durch Zahnersatzbehandlungen mit einer Zahnzusatzversicherung deutlich verringern. Je nach Tarif übernehmen die Versicherer 80 bis 100 % der Kosten für Prophylaxe (z. B. professionelle Zahnreinigung), Zahnersatz oder Zusatzleistungen wie Narkosebehandlungen.

Zahnkronen

Zahnkronen machen mit 38 % den größten Anteil an Zahnersatzbehandlungen aus. Sie ersetzen Teile eines Zahnes, wenn diese durch Karies oder einen Unfall zerstört sind. Außerdem dienen Kronen dazu, Brücken oder Prothesen zu fixieren. Die Kosten für Kronen hängen vom Material ab. Das Kronenmaterial ist ausschlaggebend für Haltbarkeit und Ästhetik.

Zahnbrücken

Die zweithäufigste Zahnersatzlösung ist die Zahnbrücke. Diese gibt es heute in vielen Ausführungen und für jedes Budget. Brücken dienen vor allem dazu, größere Lücken im Gebiss zu schließen. Dabei wird die fehlende Zahnreihe durch Kronen an den benachbarten natürlichen Zähnen verankert. Brücken und Kronen gehören beide zur Kategorie festsitzender Zahnersatz.

Zahnimplantate

Die Nachfrage nach Zahnimplantaten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Das liegt zum einen an den verbesserten Methoden der Behandlung. Und zum anderen an den steigenden Abschlusszahlen der Zahnzusatzversicherungen, die Sie als Patient finanziell entlasten. Denn Implantate sind nicht nur mit intensiven Behandlungen verbunden, sondern auch mit hohen Kosten. Doch sie geben Ihnen das natürliche Zahngefühl zurück. Wie Ihre alten Zähne sitzen sie fest verankert im Gebiss. Sie werden auch genauso gereinigt und gepflegt. Zahnimplantate können

  • einzelne Zähne ersetzen
  • als Brückenpfeiler dienen
  • Zahnprothesen als kombinierten Zahnersatz sicher im Kiefer halten

Die wichtigste Voraussetzung für Implantate ist ein stabiler Kieferknochen. Durch Parodontitis und allgemein im Alter baut sich der Kieferknochen jedoch stetig ab. Um diesen Stabilitätsverlust auszugleichen, wurden verschiedene Sonderformen von Implantaten entwickelt.

Kieferknochenaufbau

Eine inzwischen gängige Lösung ist der Kieferknochenaufbau. Im Oberkiefer kann die Kieferhöhle mit Knochensubstanz aufgefüllt werden, die sich dann zu stabilem neuen Knochenmaterial verwächst. Im Unterkiefer kann man ganze Knochenteile ersetzen. In Deutschland seltener sind Disk-Implantate. Sie werden seitlich in den Kiefer gesetzt und haben statt einer Schraube eine Ankerform als Halterung im Kieferknochen.

Ob Sie Implantat oder Brücke als Zahnersatz wählen sollten, hängt von vielen Faktoren ab. Beide Optionen benötigen bestimmte Voraussetzungen und haben Vor- und Nachteile. Den Zustand Ihres Kiefers, Ihre persönlichen Vorlieben und die Kosten sollten Sie umfassend mit Ihrem Zahnarzt besprechen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Mit steigender Anzahl fehlender Zähne wird es schwieriger, die Lücken mit Brücken oder einzelnen Implantaten zu schließen. Die Lösung: eine Zahnprothese. Prothesen ersetzen mehrere Zähne und sogar ganze Gebisse. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen herausnehmbaren und kombinierten Zahnprothesen.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Herausnehmbarer Zahnersatz ist die älteste Form des Zahnersatzes. Das bekannteste Bild dazu: das Gebiss der Großmutter im Wasserglas. Tatsächlich ist es heute noch weit verbreitet: 28 % der über 65-Jährigen tragen herausnehmbaren Zahnersatz. Entweder als Voll- oder als Teilprothese.

Die Vollprothese ist der Standard, wenn das  gesamte Gebiss ersetzt werden muss. Sie kommt erst zum Einsatz, wenn alle natürlichen Zähne fehlen, und wird nicht verankert. Die Teilprothese ersetzt eine Lücke in der Zahnreihe. Anders als die Brücke wird sie jedoch nicht fest verbunden, sondern nur mit gebogenen Drähten um die Nachbarzähne gehalten. Allerdings sind Teilprothesen nicht sehr komfortabel. Daher dienen sie oft nur als Provisorium, wenn weiterer Zahnverlust droht.

Kombinierter Zahnersatz

Wenn Sie noch feste, gesunde Zähne haben oder sich nicht vor Implantationen fürchten, ist der kombinierte Zahnersatz der perfekte Mittelweg. Dabei handelt es sich um herausnehmbare Teil- oder Vollprothesen, die durch Geschiebe- oder Stecksysteme sicher im Kiefer gehalten werden. Dieser Zahnersatz lässt sich sehr einfach reinigen: Sie nehmen die Prothese aus dem Mund und putzen sie getrennt von Ihren natürlichen Zähnen. Der Tragekomfort kombinierter Prothesen ist ebenfalls sehr hoch. Weitere Vorteile:

  • Durch den sicheren Halt wird das Sprechen nicht beeinträchtigt.
  • Das Kauen fühlt sich natürlich an.
  • Der Geschmackssinn bleibt unverändert.

Übrigens: Rund 15 % der Teilnehmer an einer Statista-Umfrage gaben an, schon einmal eine Behandlung aus Kostengründen aufgeschoben zu haben. 13 % haben für einen kleineren Preis Zahnersatz von geringerer Qualität in Kauf genommen. Doch das ist Sparen an der falschen Stelle. Denn richtiges Kauen und Sprechen beeinflusst die Gesundheit von Verdauung, Organen und Psyche. Gehen Sie daher beim Thema Zahnersatz keine Kompromisse ein.

Wichtig: Denken Sie nach dem Zahnarztbesuch daran, Ihren Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn der Krankenkasse vorzulegen. Nur so sichern Sie sich den Zuschuss. Um Geld zu sparen, informieren Sie sich am besten frühzeitig über eine Zahnzusatzversicherung.

Zahnzusatzversicherung

Um sich in allen Fällen die bestmögliche Therapie leisten zu können, empfiehlt sich eine wirkungsvolle private Zahnzusatzversicherung.