„Wir wollen für Unterschiede sensibilisieren.“
 Dagmar Brück und Christian Schoenfeldt sind die Leiter des Projektteams „Diversity“. Beide wollen die Vielfalt im Unternehmen – zunächst in Deutschland – fördern. Wertschätzung und Wertschöpfung spielen dabei eine wichtige Rolle. Im Gespräch erläutern sie ihre Pläne und sprechen über zukünftige Projekte. |
Frau Brück, Herr Schoenfeldt, was lässt sich unter „Diversity“ eigentlich genau verstehen?
Dagmar Brück:
Wir definieren Diversity als die Vielfalt der Persönlichkeiten und Fähigkeiten unserer Mitarbeiter. Diese Vielfalt wollen wir zum Wohl der Beschäftigten und des Unternehmens einsetzen. Das gilt auch für unser Diversity-Management: Es hilft uns dabei, die Potenziale, die es im Unternehmen und auch auf dem Arbeitsmarkt gibt, für ERGO und ihre Mitarbeiter bestmöglich zu nutzen.
Warum ist dieses Thema für ERGO wichtig?
Christian Schoenfeldt: Zum einen müssen wir uns angesichts der demografischen Veränderungen Gedanken darüber machen, wie wir unsere Fach- und Führungskräfte auch weiterhin in ausreichendem Maße rekrutieren können. Das fängt mit den Frauen und dem Bereich „Gender“ an, denn hier ist mit Blick auf den Frauenanteil bei ERGO und die Quote in Führungspositionen noch längst nicht alles ausgeschöpft – wenngleich wir bereits auf einem guten Weg sind. Darüber hinaus bringt eine alternde Gesellschaft neue Herausforderungen, denen wir uns insbesondere mit dem Schwerpunkt „Age“ stellen wollen. Ein weiteres Augenmerk legen wir auf das Thema „Internationalität“. Doch auch viele andere Aspekte sind wichtig, etwa der verantwortungsvolle Umgang mit Behinderungen.
Was bedeutet der demografische Wandel konkret für ERGO?
Dagmar Brück:
Zum einen werden durch die längere Lebensarbeitszeit – Stichwort Rente mit 67 – künftig immer mehr ältere Menschen bei uns arbeiten. Zum anderen haben wir durch Schul- und Studienreformen oder den Wegfall der Wehrpflicht auch immer mehr junge Kolleginnen und Kollegen. Damit ergeben sich neue Formen des Miteinanders, denn Menschen mit teils sehr unterschiedlichen Wertvorstellungen und Erfahrungshorizonten arbeiten zusammen. Auch ein flexibleres Personalmanagement trägt dem Rechnung – mit mehr Raum für ein begleitendes Studium, für die Familienplanung, die Angehörigenpflege oder verkürzte Arbeitszeiten.
Welche Projekte planen Sie 2012 zum Schwerpunkt „Age“?
Christian Schoenfeldt:
Wir werden 2012 im Rahmen unseres Schwerpunktes „Age“ Projektwochen ins Leben rufen, die unter anderem eine Generationenwerkstatt anbieten. Dort werden wir auch testen, wie generationenübergreifende Teams zusammenarbeiten. Außerdem gehen wir verstärkt Patenschaften für Mitarbeiter und Führungskräfte an, in denen sich ältere und jüngere Beschäftigte unterstützen. Dem Thema Weiterbildung jenseits der 40 werden wir uns ebenfalls widmen. Und schließlich wollen wir im Rahmen der Projektwochen die Auswirkungen des Alters vor allem für Jüngere erlebbar machen – um sie für den Alterungsprozess und für den Wert des Unterschiedlichen zu sensibilisieren. Insgesamt wollen wir deutlich machen, dass ein konstruktiver und wertschätzender Umgang mit der Vielfalt im Unternehmen und in der Gesellschaft über die Frage von Moral und Ethik hinaus ein wesentliches Element für Wertschöpfung ist.